"Offenbar wird es immer mehr zu einer gängigen Praxis, Festangestellte durch Billiglohner ohne Rechte zu ersetzen", sagte Christine Schill, Gewerkschaftssekretärin beim Landesverband Ost der NGG.
"Die seit Jahresanfang bei der Gewerkschaft geschaltete Hotline gegen Schwarzarbeit und Lohndumping zeigt erste Erfolge", so Schill. Bislang seien 64 Anrufe unter der Nummer 01801/141 516 eingegangen. Die Informationen wurden an die entsprechenden Behörden weitergeleitet.
Zwei Drittel der Hinweise betrafen illegale Beschäftigung, Lohndumping und den Betrieb gastronomischer Einrichtungen ohne Gewerbegenehmigung, sagte Schill. Nach ihren Angaben ist Schwarzarbeit sowohl in Imbissbuden und kleinen Eckkneipen, als auch in Restaurants und großen Hotels anzutreffen.
Mit dem Arbeitslosengeld II und Hartz IV ließen sich immer mehr Arbeitslose verführen, etwas bar auf die Hand zu verdienen. Festangestellte im Hotel- und Gaststättenbereich müssten mit Brutto-Stundenlöhnen von 7,63 Euro auskommen. "Dieser Satz wird aber nur in Sachsen und Thüringen gezahlt, wo noch aktuelle Tarifverträge gelten", sagte Schill. In Berlin und Brandenburg sowie in Sachsen-Anhalt seien sie ausgelaufen, wirkten aber bis zum Anschluss neuer weiter. (dpa/kr) Internet: www.ngg-ost.de