Nach dem für die Branche wichtigen Sommergeschäft zeigen sich Touristiker, Hoteliers und Gastwirte im Freistaat zufrieden. Obwohl das Wetter eher durchwachsen war, seien Hotels und Pensionen gut gefüllt gewesen, sagte Ines Nebelung von der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS).

Demnach kamen von Januar bis August rund 4,8 Millionen Gäste nach Sachsen und damit knapp fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Sie buchten rund 12,5 Millionen Übernachtungen (+2,9 Prozent). Allein der Juni habe mit einem Plus von 14,7 Prozent bei den Übernachtungen zu Buche geschlagen. Damit seien die Verluste vom Juni 2013, als erneut ein Hochwasser Sachsen traf, mehr als ausgeglichen, hieß es.

Magnet Sächsische Schweiz

Laut TMGS konnten sich im Sommer vor allem die Sächsische Schweiz und das Elbland von ihren massiven Verlusten durch die Flut im Jahr 2013 erholen. Im August verbuchte das Elbland 9,4 Prozent mehr Gäste und 7,7 Prozent mehr Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Sächsische Schweiz wartete in dieser Zeit mit einem Gästezuwachs von 23,3 Prozent sowie einem Plus von 18,0 Prozent bei Übernachtungen auf.

Das sei zwar erfreulich, erklärte Tino Richter, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz. Dennoch habe man noch nicht wieder das Niveau vom Jahr vor der Flut erreicht. Bis Ende August kamen in diesem Jahr mehr als eine Million Gäste - 3,7 Prozent weniger als 2012. Richter verwies darauf, dass nach dem Hochwasser immer noch Unterkünfte geschlossen seien, etwa das Fünf-Sterne-Hotel Elbresidenz in Bad Schandau.

Mehr Oberlausitz-Besucher

Die Oberlausitz, das Erzgebirge sowie das Burgen- und Heideland konnten sich in den Sommermonaten nach Angaben der TMGS über steigende Nachfrage freuen. Ebenso wie die Campingplätze im Freistaat, die bis Ende August 23,2 Prozent mehr Gäste und 20,9 Prozent mehr Übernachtungen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres verbuchten. Sachsen habe sich als Sommerurlaubsziel für Familien etabliert, schätzt die TMGS.

Auch Großstädte waren in den Sommermonaten gefragt: Dresden zählte von Januar bis August 9,6 Prozent mehr Übernachtungen und 8,1 Prozent mehr Gäste. Der August ist nach Angaben der Dresden Marketing GmbH mit knapp einer halben Million Übernachtungen der bisher stärkste Monat in der Geschichte des Dresden-Tourismus.

Zufriedene Gastwirte

"Die Mehrheit der Unternehmer im sächsischen Gastgewerbe blickt positiv auf das vergangene Sommerhalbjahr zurück", sagte Jens Vogt, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Sachsen. Knapp 34 Prozent der Hotels verbuchten demnach eine steigende Auslastung der Zimmer - und damit verbunden höhere Umsätze. Knapp die Hälfte der Gastwirte zeigte sich mit der Saison zufriedener als im Vorjahr. Bei den Erwartungen für die Wintersaison gibt sich die Branche verhalten, vor allem mit Blick auf die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns.