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| 14:58 Uhr

Serie Betrug
„Hoss“ gilt als Erfinder des Enkeltricks

Cottbus. Als „Erfinder“ des Enkeltricks gilt in Polizeikreisen Arkadiusz „Hoss“ Lakatosz, Kopf einer polnischen Roma-Familie. Ihn hinter Gitter zu bringen, fällt der polnischen Polizei bis heute schwer.

Über mindestens zehn Jahre hat Arkadiusz Lakatosz (50) Opfer in Deutschland und angrenzenden Staaten ausgenommen. Erfunden haben soll er die Enkeltrick-Masche in den 90er-Jahren in Hamburg, wo er damals lebte. Zuvor hatte der Gelegenheitsarbeiter ohne Schulabschluss angeblich versucht, Teppiche über das Telefon an gutgläubige Kunden überteuert zu verkaufen. Dabei schulte er seine Vorgehensweise, die schließlich in der äußerst lukrativen Betrugsmasche endete.

Mehr als ein Dutzend Komplizen habe der Pole gehabt, vor allem aus der Familie, erklärt Agnieszka Hamelusz von der polnischen Polizeieinheit für organisiertes Verbrechen CBSP. Nach Angaben der österreichischen Polizei soll die „Hoss“-Bande im deutschsprachigen Raum eine Milliarde Euro erbeutet haben. Und immer war war er den Behörden entkommen.

Im vergangenen Jahr gelang dann endlich die Festnahme in Polen, unterstützt von Hamburger Ermittlern. Verurteilt ist „Hoss“ aber bis heute nicht. In Poznan läuft der Prozess. Mit Verweis auf seine angeblich angeschlagene Gesundheit war Lakatosz zunächst wieder auf freien Fuß gekommen. Vor Gericht bestritt er die Vorwürfe, die sich auf vier konkret Fälle und einen Schaden von 300 000 Euro beziehen.

In Hamburg stand einer seiner Söhne vor Gericht. Im Januar wurde er zu zwölfeinhalb Jahren verurteilt. Weitere Verwandte wurden in Berlin verhaftet.

(bob)