„Ich bin Bundesinnenminister und werde das Amt weiter ausüben“, sagte Seehofer am Montag bei der Einweihung eines Fahndungs- und Kompetenzzentrums der Polizei in Bautzen. Das Parteiamt werde er hingegen niederlegen. „Das ist entschieden.“ Der Zeitpunkt werde in dieser Woche mitgeteilt. „Macht man es sofort? Macht man es erst in zwei Wochen?“ Seehofer ergänzte: „Das Amt des Bundesinnenministers ist von dieser Entscheidung in keiner Weise berührt.“

Der CSU-Vorsitzende erklärte, er mache den Weg frei als Parteivorsitzender, um den Weg zur Erneuerung frei zu machen.

Seehofer hatte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagabend bei Beratungen der engsten Parteispitze angekündigt, beide Spitzenämter im kommenden Jahr abzugeben. Ein neuer Parteichef soll auf einem Sonderparteitag Anfang 2019 gewählt werden. Einen konkreten Zeitpunkt für den Rückzug aus der Bundesregierung ließ der 69-Jährige noch offen. Er habe aber deutlich gemacht, dass er ohne den Parteivorsitz auch nicht Innenminister bleiben wolle, hatte es geheißen.

Die Grünen im Bundestag forderten Seehofer auf, sofort als Innenminister zurückzutreten. „Jeder Tag, den Horst Seehofer weiter Innenminister bleibt, ist ein Tag zu viel“, sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt dem „Tagesspiegel“ (Montag). „Wenn es um die Innere Sicherheit in unserem Land geht, darf es keine weitere Hängepartie geben.“

Der Bundesinnenminister hatte am Vormittag mit dem sächsischen Innenminister Roland Wöller (CDU) das Fahndungs- und Kompetenzzentrum der Polizei in Bautzen eingeweiht. Bereits Ende Mai hatten Bund und Freistaat eine engere Zusammenarbeit zwischen der Landes- und der Bundespolizei angekündigt, um grenzüberschreitende Kriminalität besser bekämpfen zu können.

Die gemeinsame Dienststelle ist Teil des damals vereinbarten Maßnahmepakets. Zudem sicherte Seehofer dem Freistaat zu, die Zahl der Bundespolizisten in den kommenden Jahren um 250 zu erhöhen. Aktuell sind in Sachsen 3000 Bundespolizisten im Einsatz. Fahndungs- und Kompetenzzentren entstehen neben Bautzen in Chemnitz und Plauen.