Der soziale Status der Eltern habe auch weiterhin negative Auswirkungen auf die Entwicklungs- und Bildungschancen der Kinder. "Mädchen und Jungen, die von Armut betroffen sind, brauchen unsere starken Stimmen und unsere Unterstützung", betonte die Ministerin. Sogenannte Armutskarrieren müssen durchbrochen werden. Kinder müssten aus diesem Teufelskreis geholt werden.

Im Rahmen des Runden Tischs gegen Kinderarmut sei unter anderem das Projekt "Integrationsbegleiter" entwickelt worden. Hier sollen Langzeitarbeitslose mit Kindern begleitet werden, um zu ermitteln, welche Hilfen überhaupt in Anspruch genommen werden können. Oftmals sei es so, dass Hilfen aus Überforderung oder Scham nicht beansprucht würden.

Golze hatte in diesem Jahr bei drei Runden Tischen in Kyritz (Ostprignitz-Ruppin), Schwedt (Uckermark) und Beelitz (Potsdam-Mittelmark) mit Vereinen, Unternehmen und Sozialverbänden über Maßnahmen gegen die Kinderarmut beraten.

Nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts ist mehr als jedes fünfte Kind (22 Prozent) in Brandenburg von Armut bedroht. Viele der insgesamt 61 000 Jungen und Mädchen leben in Familien mit nur einem Elternteil.

Die Ministerin betonte, dass die Anhebung des Regelsatzes für sechs- bis 13-jährige Kinder um 21 Euro auf 291 Euro im Rahmen der Hartz-IV-Erhöhung Anfang 2017 richtig, aber bei Weitem nicht ausreichend sei.