Gereinigtes Grubenwasser aus den Tagebauen enthält 500 bis 2000 Milligramm Sulfat pro Liter.

Die Konzentration in den Flüssen kann nur durch Verdünnung gesteuert werden. Dazu muss belastetes Wasser verteilt werden. Der Energiekonzern Vattenfall hat dazu ein Steuermodell entwickelt, basierend auf einer zehnjährigen Messreihe. Sulfatwasser fließt auch in die Neiße, um die Spree zu entlasten.

Denn der Ostteil Berlins und die Stadt Frankfurt (Oder) nutzen Spreewasser für ihre Trinkwasseraufbereitung. Für Trinkwasser gilt seit 2011 ein Grenzwert von 250 Milligramm Sulfat pro Liter. Das Spreewasser für die Trinkwasserversorgung in Frankfurt (Oder) enthält an der Entnahmestelle laut Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA) konstant 205 Milligramm pro Liter.

Nach der Behandlung sind es noch 154 Milligramm. "Da ist noch viel Luft nach oben", sagt FWA-Chef Gerd Weber. Sollten irgendwann doch Grenzwerte überschritten werden, soll eine spezielle Aufbereitungsanlage gebaut werden. "Da muss nur noch geklärt werden, wer die Kosten übernimmt", so Weber. Laut Ingolf Arnold, Chefgeologe bei Vattenfall, wird die hohe Sulfatbelastung in der Spree noch etwa zehn Jahre anhalten und dann durch das Wandern der Gruben von allein zurückgehen.