Gegen die heute 20-jährige Mutter verhängte die Kammer eine Jugendstrafe von sieben Jahren und gegen den 21-jährigen Vater ein Haftstrafe von zehn Jahren. Damit blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die den Eltern Mord durch Unterlassen vorgeworfen hatte. Die Verteidiger hatten für die Mutter auf Totschlag durch Unterlassen und für den Vater auf fahrlässige Tötung plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Die Eltern hätten sich der vorsätzlichen Tötung ihres Kindes durch Unterlassen schuldig gemacht, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Mord sei ihnen jedoch nicht nachweisbar. Nach Überzeugung der Kammer habe ein aus mangelndem Einfühlungsvermögen der Mutter und fehlender Durchsetzungskraft des Vaters resultierender Konflikt "in eine Katastrophe geführt". Der Richter sprach von Gleichgültigkeit gegenüber dem Kind. Es sei auch zu vermuten, dass die in Frankfurt (Oder) lebenden Eltern den schwächer werdenden Jungen vor allem aus Angst vor sozialer Ächtung keinem Arzt vorstellten.
Das sechs Monate alte Kind starb im Februar 2008. Es wog bei seinem Tod weniger als zur Geburt. (dpa/mb)