| 10:50 Uhr

Hohe Sicherheitsvorkehrungen in Brandenburg und Sachsen

Besucher des Kirchentages in Berlin werden vor dem Betreten des Geländes von Ordnern kontrolliert.
Besucher des Kirchentages in Berlin werden vor dem Betreten des Geländes von Ordnern kontrolliert. FOTO: Soeren Stache (dpa)
Potsdam/Dresden.. Erneut sind bei dem Terroranschlag von Manchester in dieser Woche Konzertbesucher zum Opfer geworden. Welche Auswirkungen hat das für Feste und Konzerte in Brandenburg und Sachsen? Die RUNDSCHAU hat nachgefragt. Bodo Baumert/mit dpa

"Der Anschlag in Manchester hat keine unmittelbaren Folgen für die aktuelle Bewertung der Sicherheitslage in Brandenburg", teilt Ingo Decker, Pressesprecher des Innenministers in Potsdam auf Nachfrage mit. "Es ist vielmehr so, dass die Gefährdungslage für Deutschland und damit auch für Brandenburg schon seit langem als angespannt eingeschätzt wird." Die Sicherheitsbehörden hätten darauf längst reagiert und Vorkehrungen bei großen Ereignissen deutlich erhöht. "Die Gefahr von Anschlägen ist und bleibt nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden gegeben", so Decker.

In Sachsen sieht die Lagebeurteilung ähnlich aus. "Für Sachsen gilt nach wie vor eine hohe abstrakte Gefährdung. Konkrete Hinweise auf einen Anschlag liegen allerdings nicht vor", erklärt Jan Meinel von der Pressestelle des Innenministeriums.

Im Fokus steht derzeit vor allem der Kirchentag, der in Berlin und Wittenberg, aber auch in mehreren kleineren Städten der Region gefeiert wird. Angesichts der Terrorgefahr wurden die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verschärft: Bei großen Veranstaltungen gibt es erstmals in größerem Stil Taschenkontrollen. Zudem fährt die Polizei mobile Barrieren auf, damit Fahrzeuge nicht in die Menge rasen können.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, sagte, die Sicherheitslage habe sich nicht verändert. "Wir haben das sehr sorgfältig geplant, mit den Behörden ein genaues Sicherheitskonzept ausgearbeitet, das auch an keinerlei finanziellen Grenzen scheitern kann", sagte Bedford-Strohm dem Bayerischen Rundfunk. Er sagte aber auch: "Absolute Sicherheit gibt's nirgendwo."

"Die sächsische Polizei ist auch mit Blick auf die anstehenden Veranstaltungen in den kommenden Tagen vorbereitet und bezieht selbstverständlich aktuelle Erkenntnisse in ihre Lagebeurteilung und damit die Einsatzgestaltung ein", informiert Jan Meinel von der Pressestelle des Innenministeriums.

Und auch in Brandenburg bleiben die Sicherheitsstandards für Veranstaltungen hoch. "Für Großereignisse werden in Abstimmung mit den Veranstaltern Sicherheitskonzepte überarbeitet bzw. erstellt. Daher sehen nun auch Weihnachtsmärkte, Karnevalsveranstaltungen oder das Baumblütenfest anders aus, als wir dies in früheren Zeiten einmal gewohnt waren - Betonsperrelemente, stärkere offene und verdeckte Polizeipräsenz, Beamte mit Maschinenpistolen oder auch mehr Videoüberwachung sind hier nur einige der einschlägigen Beispiele", erklärt Brandenburgs Sprecher Ingo Decker. Es sei bereits sehr viel getan worden, um den Veränderungen der Lage Rechnung zu tragen. Ob es als Reaktion auf Manchester noch einmal Verschärfungen gebe, ließ Decker offen. dazu müsse man zunächst einmal die Ereignisse im Detail aufarbeiten. "Die Polizei in Brandenburg tut alles, was ihr möglich ist, um die Bürger des Landes wirksam zu schützen."