Für die Mutter verlangte er eine Jugendstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten, für den Vater zwölf Jahre und sechs Monate Haft. Der Verteidiger der Mutter plädierte für seine Mandantin auf eine Jugendstrafe von höchstens fünf Jahren wegen Totschlags durch Unterlassen.
Der Staatsanwalt sagte in seinem Plädoyer, die heute 20 und 21 Jahre alten Eltern hätten "Kälte gegenüber dem eigenen Kind" spüren lassen, als sie ihren Sohn monatelang nicht ausreichend fütterten. Das völlig abgemagerte Kind war im Februar dieses Jahres gestorben. Die Hauptverhandlung habe ergeben, dass beiden Eltern spätestens seit Weihnachten 2007 klar gewesen sein müsse, dass ihr Sohn Hilfe brauche, meinte der Ankläger. Die Erklärung des Vaters, ihm sei an dem Jungen nichts aufgefallen, halte er für nicht glaubhaft. Der Vater hatte sich vorwiegend um den Jungen gekümmert. Die Mutter äußerte in einer vor Gericht verlesenen Erklärung, die Versorgung des Kindes zunehmend ihrem Ehemann überlassen zu haben.
(dpa/mb)