Für seinen Einsatz beim Jahrhunderthochwasser ist der Mitarbeiter im Landesumweltamt, Christian Harig, gestern in Cottbus ausgezeichnet worden. Harig habe im vergangenen Sommer dazu beigetragen, unter Lebensgefahr den Deich bei Mühlberg (Elbe-Elster) zu sichern, teilte das Umweltministerium in Potsdam mit. Damit sei eine Überflutung der ganzen Region verhindert worden. Der 51-jährige Diplomingenieur erhielt die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gestern von Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD) im Cottbuser Schloss Branitz überreicht.
Bereits im Sommer 1997 hatte Christian Harig während des Oder-Hochwassers seine fachliche Kompetenz unter Beweis gestellt. Während der Flutkatastrophe an der Elbe im Vorjahr war er als Abschnittsleiter am Deich im Bereich Mühlberg-Stehla zuständig für die Abwehr des Jahrhundert-Hochwassers. In der Nacht zum 17. August 2002 stieg der Elbe-Pegel in dieser Region auf bedrohliche 9,99 Meter. Am folgenden Nachmittag um 16 Uhr riss dann auf 150 Metern die den Häusern des Ortes zugeneigte Deichböschung.
Die Mühlberger waren zu diesem Zeitpunkt bereits evakuiert. Die Rettungskräfte wurden abgezogen. Die Stadt war in Meldungen von Rundfunk und Fernsehen bereits aufgegeben. Aufgrund der lebensbedrohlichen Situation am Deich sollten auch alle Fachberater und Helfer abgezogen werden.
Dass dennoch das viel gerühmte "Wunder von Mühlberg" gelang, ist wesentlich auch Christian Harig und seinem Einsatz zu verdanken: Soldaten und Feuerwehrleute kehrten in die verlassene Stadt zurück und stabilisierten unter Harigs Leitung den Deich. Zusammen mit Helfern von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, DLRG und Polizei machten sie in einer nahezu aussichtslosen Situation weiter, stapelten Sandsäcke bis zur Erschöpfung.
So wurde letztlich die drohende Überflutung von Stehla und weiterer Ortschaften bis hin zur Stadt Falkenberg abgewendet. Die Deiche hielten stand. (Eig. Ber./dpa)