Vor Kurzem wurde Tsvangirai zusammen mit Mitstreitern auf dem Weg zu einer friedlichen Kundgebung in der Hauptstadt Harare festgenommen. In den zwei Tagen, die er in Haft verbrachte, wurde er schwer misshandelt und verletzt. Mit ihm kamen weitere 49 Oppositionelle auf richterliche Anordnung in medizinische Behandlung.
Als Vorsitzender der "Bewegung für Demokratischen Wandel" (MDC) ist Tsvangirai auch deshalb einer der bekanntesten Politiker des Landes, weil er seit Jahren immer wieder unter den Repressionen der Regierung zu leiden hat. Für seinen Einsatz für mehr Demokratie bezahlte der frühere Weber und Gewerkschaftsführer einen hohen Preis. Mehrere Anschläge wurden auf ihn verübt, er kam unter Hausarrest, in einem langjährigen Hochverratsprozess drohte ihm die Todesstrafe. Doch er wurde freigesprochen.
Tsvangirai gilt als charismatisch und mutig. Doch es werden ihm auch Unentschlossenheit und Schwäche vorgeworfen. Für Unmut sorgte vor allem sein Beschluss, die Senatswahlen 2005 zu boykottieren. Der MDC wurde durch die darauf folgende Abspaltung einer Fraktion geschwächt.
Auch dass er seine Anhänger nach der umstrittenen Präsidentenwahl 2002 zur Ruhe aufrief, enttäuschte viele Wähler und Bürgerrechtler. Sie warfen ihm Passivität vor. Viele westliche Staaten hatten massiven Betrug und schwere Unregelmäßigkeiten beim Urnengang kritisiert. Gleichzeitig ist es Experten zufolge auch sein Verdienst, dass gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und der Bevölkerung bisher ausgeblieben sind.
Tsvangirai hat die MDC 1999 mitgegründet und sie innerhalb kurzer Zeit zu einer schlagkräftigen Opposition geformt. Bereits im Februar 2000 erlitt Mugabe eine Niederlage bei einer Abstimmung über die Reform der Verfassung. Bei der Parlamentswahl im Juni 2000 konnte die MDC trotz Gewalt und Einschüchterungen 58 von 120 der wählbaren Sitze erringen. Von Mugabe wurde der Oppositionsführer mehrfach als "Staatsterrorist" beschimpft.