Bei den Verhandlungen in der pakistanischen Hauptstadt soll es auch um das geteilte Kaschmir gehen, das beide Länder für sich beanspruchen. Ein Durchbruch wird noch nicht erwartet. Das Treffen soll das erste in einer Reihe von Gesprächen sein.
Kritik an den Verhandlungen wurde von Vertretern muslimischer Separatisten-Gruppen laut, die für ein unabhängiges Kaschmir oder den Anschluss des indischen Teils an Pakistan eintreten. Sie bemängelten, dass die Gespräche ohne kaschmirische Beteiligung stattfinden. Indiens Ministerpräsident Atal Behari Vajpayee und der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hatten die Wiederaufnahme der Gespräche im Januar beschlossen.
In Rawalpindi bei Islamabad warf der als liberal geltende Funktionär der "Befreiungsfront von Jammu und Kaschmir", Amanullah Khan, Pakistan vor, eine Kehrtwende vollzogen zu haben. "Das ist kein bilateraler Territorialstreit, es geht um zwölf Millionen Kaschmiris und deren politische Zukunft." Vereinbarungen, die die Kaschmiris nicht einbezögen, würden "im Mülleimer der Geschichte landen".
Der bislang letzte indisch-pakistanische Gipfel fand im Juli 2001 im indischen Agra statt. Er scheiterte. Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um Kaschmir. (dpa/roe)