Allein im kommunalen Bereich wurde eine bewilligte Scha densumme von fast 20 Millionen Euro festgestellt. Mittlerweile wurden bereits 18 Millionen Euro für den Hoch- und Tiefbau ausgegeben. Damit wurden alle Schäden bis auf wenige Straßenbaumaßnahmen restlos beseitigt.

Land unter im Zentrum
Besonders stark betroffen von den Fluten waren Richter zufolge Teile der Altstadt. Im historischen Rathaus, das an exponierter Stelle im Zentrum des Markts steht, wurde eine Hochwassermarke von 1,80 Meter gemessen, weil die Fluten auf dem abschüssigen Gelände direkt auf das Gebäude drückten. Das benachbarte Stadthaus I mit dem Bauamt blieb dagegen von den Fluten ebenso verschont wie das kurz vor dem Hochwasser aufwändig restaurierte denkmalgeschützte Internatsgebäude des binationalen Schiller-Gymnasiums. Weniger Glück hatten das Hauptgebäude der deutsch-tschechischen Bildungseinrichtung sowie deren Sporthalle.
Weitere hochwassergeschädigte wichtige öffentliche Gebäude waren das Stadtmuseum und die Stadtbibliothek. Glück im Unglück: Das Elbwasser stieg nur relativ langsam an. So konnten in den beiden Kultureinrichtungen wertvolle Exponate, Bücher und Tonträger noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, erinnert sich Richter. Mittlerweile wurde beide Gebäude umfassend saniert, ebenso die Bootshäuser des Ruder- und Kanuklubs.
Dagegen kam die Flutwelle der Gottleuba "heftig, schnell und unerwartet". Richter sagt: "Rund 8000 Menschen mussten ihre Wohnungen in aller Eile verlassen." Im Ortsteil Rottwerndorf spülte die Gottleuba Teile der Uferstraße ins Osterzgebirge weg, verschonte aber das zum Verkauf stehende Schloss. Die Wasser der Seidewitz überfluteten den Vorort Zuschendorf. Hier mussten zwei Gebäude abgerissen und neue Stützmauern gezogen werden. Das Landschloss mit seinem sehenswerten Park und seiner berühmten Kamelienzucht lag hoch genug und trotzte so dem Hochwasser.
Von den über 18 Millionen Euro, die bisher im kommunalen Bereich verbaut wurden, sind laut Richter 13,5 Millionen Euro bewilligte Fördermittel. Hinzu kommen über 2,8 Millionen Euro Versicherungsleistungen und mehr als 973 000 Millionen Euro Spenden sowie 350 000 Euro Eigenmittel der Stadt. In diesem Jahr werden noch fünf Maßnahmen im Hoch- sowie vier im Tiefbau abgeschlossen. Dann kann das Kapitel Jahrhundertflut weit gehend geschlossen werden.

Optimistischer Blick
Auch sonst blickt die Stadt optimistisch in die Zukunft, betont Richter. Der nach der Flut komplett zusammengebrochene Tourismus hat sich überwiegend erholt. Die genauen Zahlen für 2005 liegen allerdings nach Auskunft des Tourismusbüros noch nicht vor. Pirna erlebte zudem im Vorjahr eine Art "Frauenkirchenboom". Der Abschluss der Restaurierungsarbeiten im "architektonischen Kleinod" Marienkirche, nebst vorzeigbarem Konzertsaal, sorgte für überregionales Interesse.