Von Benjamin Lassiwe

Das Land Brandenburg sorgt sich um seine Doktoranden. Am Mittwoch stellte Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) das „Brandenburgische Netzwerk für die Karriereentwicklung promovierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“ vor. Nur jeder fünfte Promovierte bleibe nach dem Abschluss seiner Doktorarbeit in der Wissenschaft, sagte Münch in Potsdam.

„Wir haben heute mehr hochqualifizierte junge Menschen als früher, aber nicht genau so viele Karrierewege an den Hochschulen.“ Deswegen müssten die jungen Wissenschaftler in Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern gebracht werden. Gleichzeitig sollen aber exzellente Nachwuchswissenschaftler mit Forschungsstipendien und Nachwuchsforschergruppen weiter in Richtung einer Professur gefördert werden.

Bundesweit einmalig sei dabei, dass die Nachwuchswissenschaftler aller vier Brandenburger Universitäten künftig Qualifikationsangebote aller dieser vier Universitäten nutzen können. Bislang kümmerte sich Münch zufolge jede Hochschule vorrangig um die eigenen Absolventen. Für das Netzwerk stellt das Land in diesem Jahr 100 000 Euro und ab dem Jahr 2019 jährlich 600 000 Euro zur Verfügung.

Der Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Potsdam, Robert Seckler, erklärte, dass an der Universität Potsdam pro Jahr rund 300 junge Wissenschaftler einen Doktortitel erwerben. Gleichzeitig habe die Universität selbst nur 300 Professuren. Das mache deutlich, dass nicht jeder Doktorand perspektivisch an der Universität bleiben könne.

Die kommissarische Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg, Christiane Hipp, erklärte, dass man auf mehr Qualifizierungsmöglichkeiten für Nachwuchswissenschaftler hoffe. Dabei gehe es vor allem um Schlüsselkompetenzen für junge Wissenschaftler. So vermittele man Führungsqualitäten, die etwa in Forschergruppen benötigt würden, oder auch die Fähigkeit, die eigenen Forschungsresultate angemessen zu präsentieren.