Das Rektoratskollegium der TU wolle heute seine Entscheidung über die Annahme der Vereinbarung treffen und den Dekanen mitteilen, teilte die Hochschule gestern mit. Der Kompromiss soll die Entwicklung der sächsischen Hochschullandschaft bis 2010 festlegen. Eine Zustimmung zum Vorschlag des Wissenschaftsministeriums dürfte das Aus für die Juristische Fakultät in Dresden bedeuten.
Das Jura-Studium an der TU Dresden soll dagegen nach Ansicht von Ulrich Fastenrath, Dekan der Juristischen Fakultät, erhalten bleiben. "Wir müssen sehen, ob das Konzept einer privaten Ausbildung als Alternative taugt", sagte er gestern. Funktioniere der Ansatz nicht, müsse sich das Wissenschaftsministerium bemühen, eine staatliche Trägerschaft sicherzustellen. Das Ministerium will den Studiengang in Dresden schließen und das Jurastudium im Freistaat in Leipzig bündeln. Der Vorschlag gilt als Teil eines auszuhandelnden Kompromisses über die Zukunft der sächsischen Hochschulen.
In einem Gespräch am Donnerstag seien die gegenteiligen Standpunkte von Ministerium und Fakultät vorgebracht worden, sagte Fastenrath. Angaben der Hochschule zufolge war es zugleich der finale Dialog zur Hochschulvereinbarung. Wissenschaftsminister Matthias Rößler (CDU) habe für die eingeschriebenen Jurastudenten den Vertrauensschutz betont, teilte sein Ressort mit. Sie könnten ihr Studium in Dresden beenden. Rößler hatte als Ersatz für die Fakultät eine private "School of Law" ins Gespräch gebracht. Deren Finanzierung gilt als weitgehend unklar.
Vertreter der Juristischen Fakultät hatten am Mittwoch in einem Konzept eine Fusion mit der Fakultät Wirtschaftswissenschaften vorgeschlagen. Durch Einsparungen und Synergien könne Dresden so Standort einer Volluniversität bleiben. Über das Aus der Fakultät müsste der Senat der TU Dresden entscheiden. Das Verwaltungsgericht Dresden entschied jedoch am 9. Dezember 2002 in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil, dass das Gremium gesetzwidrig zusammengesetzt ist. (dpa/bra)