Und auch wenn der konkrete Vorgang in der Lausitz keine Rolle spielte - die Experten sprachen sich nachhaltig für eine stärkere und bessere Kommunikation zwischen Hochschulen und Ministerien aus.

So besteht aus Sicht des Kasseler Hochschulforschers Ulrich Teichler ein "gesellschaftlicher Erwartungsdruck", wonach Hochschulen auch Ergebnisse ihrer Forschung vorzulegen hätten. Doch der Bielefelder Soziologe Ulrich Kühn widersprach solchen Forderungen energisch: Weil die Zahl der Doktoranden mittlerweile über Fördermittelvergabe entscheide, würden an manchen Fakultäten auch Doktoranden angenommen, die die grundlegenden Kriterien für eine Doktorarbeit eigentlich nicht erfüllen könnten. Nachhaltig wandte sich Kühn auch gegen Projekte der Personalentwicklung an Universitäten - "Professoren wollen oft nicht belehrt werden" - und eine Fachhochschulisierung von Universitäten. "Wir brauchen mehr Gelder für Fachhochschulen, um dort berufsbezogene Studiengänge anzubieten", sagte Kühn. An den Universitäten dagegen sollte stärker geforscht werden. "Aber die heutigen B.A.-Studiengänge haben nichts mehr mit Wissenschaft zu tun." Für die Wissenschaftsministerin jedenfalls war am Ende des Abends klar: "Wir müssen weiter miteinander im Gespräch bleiben." Und dann kam noch ein Satz, der manchen in der Lausitz vielleicht die Ohren spitzen ließ: "Der Dialog zwischen dem Ministerium und den Hochschulen funktioniert hier in Brandenburg sehr gut."