Nahezu jeder dritte der 232 untersuchten Studiengänge habe eine überhöhte Auslastung von mehr als 120 Prozent, sagte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). Das gelte vor allem für Naturwissenschaften und Mathematik, Sprach- und Kulturwissenschaften sowie für Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Die Studentenzahl hat sich seit 1992 auf knapp 108 000 mehr als verdoppelt.
Jeder zweite Studiengang im Freistaat weise aber eine kürzere Studienzeit auf als der Bundesdurchschnitt, unter anderem Ingenieurwissenschaften und Medizin, sagte Stange. Dafür würden pro Professur viermal weniger Promotionen abgeschlossen als bundesweit. "Das ist aber ein ostdeutsches Problem", sagte die Ministerin. Als Konsequenz soll die Graduiertenförderung ausgebaut werden, wenn möglich über Mittel des Europäischen Sozialfonds.
Bei den eingeworbenen Drittmitteln konnte die Summe von 1993 bis 2004 auf rund 165 Millionen Euro verdoppelt werden. Der Löwenanteil dieser Finanzen kommt mit 34 Prozent vom Bund, gefolgt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit 26 Prozent. Den höchsten Anteil erbringen die Ingenieurswissenschaften mit mehr als 305 000 Euro pro Jahr und Professur.
Stange betonte, dass es sich bei der Studie nicht um ein Ranking handele. Sie kündigte an, den Bericht jährlich fortschreiben zu wollen. Auch eine Absolventenbefragung werde geprüft. Für den Bericht wurden ebenfalls die Eindrücke von rund 20 000 Studenten erhoben. (dpa/mb)