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Hochbetrieb auf der Polen-Route

Müllrose. International operierende Schleuserbanden haben neue Wege gefunden, um Menschen illegal nach Deutschland zu bringen. In ihrem Fokus steht die Grenze zwischen Polen und Deutschland. Jan Siegel

Am Sonnabend stoppte die Bundespolizei auf der Autobahn A 12 bei Müllrose (Oder-Spree) einen türkischen Sattelzug. Zwischen Paletten und Rohren standen, saßen und lagen insgesamt 51 Flüchtlinge, darunter mehrere Familien, die nach eigenen Angaben aus dem Irak kommen.

Es ist bereits der zweite derartige Transport innerhalb weniger Tage an Neiße und Oder. Am Mittwoch hatten Bundespolizisten eine 40-köpfige Gruppe von Irakern in der Nähe von Bad Muskau (Landkreis Görlitz) eingesammelt. Sie hatten versucht, Autofahrer anzuhalten, um nach Berlin und Frankfurt/Main zu gelangen. Nach Aussagen einiger der Flüchtlinge bei Bad Muskau waren sie mit einem Lkw von der Türkei nach Leknica (Polen) gebracht worden.

Am 30. August war bereits eine Gruppe orientierungsloser Iraker auf der Bundesstraße 5 zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin aufgegriffen worden.

Nachdem die Balkan-Route dicht ist und auch über das Mittelmeer weniger Flüchtlinge kommen, weil Italien und Libyen es den Menschenhändlern schwerer machen, zeichnet sich nach Einschätzung der Ermittler die Polen-Route als neue Schleuserstrecke ab. Dabei scheinen immer mehr Flüchtlinge den Weg von der Türkei über das Schwarze Meer nach Rumänien und auch über die Ukraine zu nehmen. Mindestens einer der Geschleusten vom Sonnabend war bereits in Rumänien registriert worden. Themen des Tages Seite 3