| 18:11 Uhr

Aids
HIV-Neuinfektionen in Deutschland erstmals zurückgegangen

Archivfoto: Welt-Aids-Konferenz in Südafrika
Archivfoto: Welt-Aids-Konferenz in Südafrika FOTO: Bernd Settnik
Die Zahl der HIV-Neuinfektionen ist 2016 in Deutschland erstmals seit 2011 wieder zurückgegangen. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht vom Robert-Koch-Institut (RKI) für das Jahr 2016 hervor. Demnach wurden dem RKI bis zum 1. März 2017 für das Jahr 2016 insgesamt 3419 gesicherte HIV-Neudiagnosen gemeldet. Lydia Schauff

Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2015 insgesamt 3699 gesicherte HIV-Neudiagnosen. Das ist eine Abnahme um 280 Neudiagnosen beziehungsweise ein Rückgang um acht Prozent.

Nach wie vor sind besonders Männer betroffen, demnach lag die absolute Zahl der HIV-Neudiagnosen in 2016 bei Männern bei 2705 (2015: 2943). Von den Neudiagnosen den Männern, entfielen 1725 auf Männer, die Sex mit Männern hatten(MSM). „Das HIV-Infektionsgeschehen in Deutschland wird primär durch die Entwicklung unter MSM geprägt“, heißt es in dem RKI-Bericht. Bei Frauen lag die Zahl der HIV-Neudiagnosen in 2016 bei 710 (2015: 753).

Ein Großteil der Männer und Frauen, die eine HIV-Neudiagnose erhalten haben, ist in den Altersgruppen 25 bis 29 und 30 bis 39 zu finden.

Nach Bundesländern und absoluten Zahlen wurden 2016 die meisten HIV-Neudiagnosen in Nordrhein-Westfalen (766) gemeldet. Es folgen Bayern (568) und Baden-Württemberg (421). Die niedrigsten absoluten Zahlen wiesen das Saarland (24), Bremen (39) und Thüringen (41) auf. Sachsen liegt im Mittelfeld, Brandenburg reiht sich auf den hinteren Plätzen ein.

Auffällig ist zudem, dass in den Großstädten und Stadtstaaten Hamburg (10,1), Berlin (10,1) und Bremen (5,8) die höchsten Inzidenzen an HIV-Neudiagnosen im Jahr 2016 zu verzeichnen sind. Das ist die Anzahl der in einem bestimmten Zeitraum erfolgten HIV-Infektionen pro 100000 Einwohner.

Auch, wenn die Zahl der HIV-Neudiagnosen von 2015 auf 2016 zurückgegangen ist, so zeigt sich beim Blick auf die vergangenen fünf Jahre, dass die Zahl der HIV-Neuinfektionen im Vergleich zu 2011 wesentlich höher liegt. 2011 wurden in Deutschland 2889 HIV-Neudiagnosen und damit 530 Fälle weniger registriert als 2016.