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| 02:40 Uhr

Hitzige Stimmung bei Erdogan-Demo

Köln. Großeinsatz für die Kölner Polizei: Tausende Anhänger des türkischen Präsidenten Erdogan strömen in die Stadt. Eine rechtsextreme Gegendemo hält Abstand. Die Stimmung ist aufgeheizt. Ganz Deutschland blickt nach Köln. dpa/bf

Gut zwei Wochen nach dem Putschversuch in der Türkei haben nach Anhaben der Polizei vom Sonntagsabend rund 30 000 bis 40 000 überwiegend Deutschtürken in Köln für Präsident Recep Tayyip Erdogan demonstriert. Zugleich gab es Gegendemonstrationen, auch eine von Rechtsextremen. Diese marschierten entgegen erster Planungen aber nicht in die Nähe der türkischen Veranstaltung. Insgesamt waren 2700 Polizeibeamte im Einsatz.

Thema der türkischen Kundgebung war der vereitelte Militärputsch in der Türkei vom 15./16. Juli. Zahlreiche Teilnehmer schwenkten türkische Flaggen oder trugen T-Shirts in den Nationalfarben. Zu der befürchteten Gewalt kam es nicht. Laut Polizei habe es in der Innenstadt kleinere Reibereien zwischen Nationaltürken und Kurden gegeben.

Mit einer Schweigeminute gedachten die Demo-Teilnehmer der Opfer des gescheiterten Militärputsches in der Türkei sowie der Opfer der jüngsten Terroranschläge in Frankreich, Deutschland und der Türkei. Die Kundgebung wurde maßgeblich von der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) organisiert, die der AKP, der Partei von Staatspräsident Erdogan, nahesteht. Eine von den Veranstaltern geplante Zuschaltung Erdogans auf einer Leinwand war angesichts der aufgeheizten Stimmung schon im Vorfeld verboten worden.

Wie inzwischen bekannt wurde, will Erdogan seine Strafanzeigen wegen Beleidigung des Staatspräsidenten zurückzuziehen. "Die Ankündigung bezieht sich nur auf die Türkei. In Deutschland ändert sich vorerst nichts", erläuterte Ralf Höcker, einer von Erdogans Anwälten in Deutschland.

Politik Seite 7