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| 01:07 Uhr

Hitze sorgt für Kreislaufprobleme

Die andauernde Sommerhitze macht Menschen mit labilem Kreislauf arg zu schaffen. Auch Arztpraxen in der Region füllen sich bei so heißem Wetter vermehrt mit Patienten, die über Schwindel- oder Schwächeanfälle klagen. Von Liane Czeremin

„Es sind dabei mehr Frauen als Männer betroffen“ , beobachtet der Cottbuser Allgemeinarzt Dr. Ralf Lauterbach in seiner Praxis.
Und er stellt fest: „Die Patienten haben Probleme, obwohl sie viel trinken.“ Heute sei den Menschen eher bewusst als früher, dass bei Hitze viel Flüssigkeit wichtig sei. Wenn der Kreislauf trotzdem nicht mitmacht, „kann man nicht viel mehr tun, als die Sonne zu meiden und den Blutdruck zu stabilisieren“ , so Lauterbach.
Dr. Michael Römer, Chefarzt der Notaufnahme im Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus, vermutet, dass ein besserer Informationsfluss über die Medien und das größere Angebot an Getränken dafür gesorgt haben könnten, dass an heißen Tagen mehr getrunken wird. Auch Römer bemerkt in der Notaufnahme Auswirkungen der heißen Temperaturen, obwohl Hitzepatienten meist nicht gleich ins Krankenhaus gingen: „Wir haben vermehrt mit Patienten zu tun, die ohnehin schon unter Herz-Kreislauf- oder Lungen-Krankheiten leiden. Trotz der Ferien ist die Zahl der Fälle bei uns nicht zurückgegangen.“
Römer rät seinen Patienten, auf keinen Fall nur Leitungswasser zu trinken. „Wichtig sind bei Hitze für den Körper die Elektrolyte. Und die sind in Getränken enthalten, die Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium enthalten“ , so der Chefarzt. Außer Mineralwasser und Säfte könnten auch ruhig Limonaden getrunken werden. „Spezielle Sport-Drinks sind nicht nötig, wenn man nicht gerade an der Tour de France teilnehmen möchte“ , ergänzt der Chefarzt.
Mindestens drei Liter Flüssigkeit am Tag empfiehlt die Niederlassungsleiterin der AOK Cottbus, Christin Thies. Die Getränke sollten nicht zu kalt sein und von Alkohol solle man lieber ganz die Finger lassen.
Genauso wie auf das Trinken sollten Hitzegeplagte laut Thies auch auf die richtige Ernährung achten. „Um fettiges Essen wie Eisbein oder Sauerkraut sollte man einen Bogen machen. Frisches Obst ist hingegen ideal“ , so die Geschäftsstellenleiterin.
Zur Abkühlung hätten sich Unterarmbäder in kaltem Wasser bewährt. Thies empfiehlt gegen den Hitzekoller zudem luftige Kleidung aus Stoffen wie Baumwolle, Leinen oder Seide. Synthetik-Kleidung führe dagegen zu Wärmestaus und übermäßigem Schwitzen.
Hilfreich könnten auch Tischventilatoren sein. Thies: „Vor Zugluft sollte man sich aber in Acht nehmen. Der Ventilator sollte nicht direkt auf den Körper oder das Gesicht gerichtet sein. Sonst drohen Bindehautentzündungen oder eine Sommergrippe.“