Weder Stapel im Eingangsbereich von Buchhandlungen noch ein Platz in den "Bestseller-Regalen" machen auf das kommentierte Hitler-Buch "Mein Kampf" aufmerksam. Dennoch stellen die Buchhändler der Region fest: Das Interesse der Lausitzer an der Schrift ist äußerst groß.

"Wir haben viele Vorbestellungen und schon etliche Ausgaben verkauft", sagt Peggy Schilensky, Filialleiterin der Thalia-Buchhandlung Cottbus. Auch in anderen Geschäften häufen sich die Vorbestellungen. Denn die kommentierte Ausgabe ist nicht durchgehend lieferbar. In der Hugendubel-Filiale in der Cottbuser Spreegalerie können die Bestellungen deshalb nur langsam abgearbeitet werden, heißt es auf Rundschau-Nachfrage.

Offizielle Verkaufszahlen gibt die Buchhandlung nicht heraus. "Der Titel ist aber auch bei uns stärker nachgefragt", sagt eine Sprecherin. Bewusst verzichten Buchhändler darauf, den Titel in den Filialen zu präsentieren.

Der Verlag, das Institut für Zeitgeschichte München, hatte sich vor diesem Hintergrund und wegen des sensiblen Titels für eine Startauflage von nur 4000 Exemplaren entschieden, sagt Pressesprecherin Simone Paulmichl. "Es war für alle sehr schwer einzuschätzen, wie hoch die Nachfrage tatsächlich ausfallen würde." Seit Erscheinen im Januar 2016 sind mittlerweile 40 000 Exemplare verkauft worden. Eine vierte Auflage ist geplant.

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