Um die 15 Prozent an Kraftstoffeinsparungen seien bei noch nicht optimierten Benzinmotoren noch realistisch, beim Diesel kaum mehr als 8 Prozent, schätzt die ADAC-Technikerin Andrea Gärtner. Ähnlich sieht das auch der Wiener Motorentechniker und Hochschullehrer Prof. Fritz Indra, der allerdings bei etlichen neuen Motoren nur noch deutlich geringere Chancen auf Verbrauchsminderung erkennt.

Techniker sehen die Motormaßnahmen immer im Zusammenhang mit weiteren Sparmöglichkeiten wie Fahrzeuggewicht, Aerodynamik, Leichtlaufreifen, Getriebe- und Achsübersetzungen und schließlich die Unterstützung durch Elektromotoren (Hybrid- und Start-Stopp-Systeme). Manche Techniken sind allerdings so aufwendig, dass die Kosten sich kaum amortisieren lassen und lediglich in teure Autos Eingang finden.

Die aussichtsreichsten Motor-Maßnahmen zum Kraftstoffsparen:

DOWNSIZING: Ein neues Schlagwort für den Einsatz kleinerer Motoren, die mit Hilfe von Turboladern oder anderen Techniken auf die Leistung hubraumgrößerer Maschinen gebracht werden.

MOTORSTEUERUNG: Die Öffnungszeiten der Ventile mit variablen Nockenwellen dem unterschiedlichen Leistungsbedarf anpassen. Geht nicht beim Diesel.

BRENNRAUMGESTALTUNG: Brennraum so konstruieren, dass ein möglichst mageres Gemisch zündfähig wird.

EINSPRITZVERFAHREN: Kraftstoffeinspritzung mit hohen Drücken direkt in den Brennraum und möglichst nahe an die Zündkerze (strahlgeführte Verbrennung - nicht beim Diesel).

REIBUNGSVERMINDERUNG: Reduzierung der Reibung zwischen den verschiedenen Motorbauteilen unter anderem mit neuen Werkstoffen und Leichtlaufölen.

AUFWÄRMUNG: Wärmeverluste drosseln, damit das Gasgemisch nach dem Kaltstart schneller abmagern kann.

ZYLINDERABSCHALTUNG: Einzelne Zylinder - vor allem in größeren Motoren - bei geringem Leistungsbedarf abschalten.