Jetzt richten sich die Hoffnungen auf einen Resolutionsentwurf, den die USA und Frankreich im UN-Sicherheitsrat eingebracht haben.

Bereits am 13. Juli, dem Auftakt der israelischen Offensive, waren die gegensätzlichen Standpunkte klar: Während US-Präsident George W. Bush Israels Recht zur Selbstverteidigung gegen die Hisbollah hervorhob, kritisierten Russland, Frankreich und die Europäische Union (EU) die Unverhältnismäßigkeit der Mittel. Am nächsten Tag befasste sich der UN-Sicherheitsrat erstmals mit dem Konflikt. Die USA und Großbritannien verhinderten aber Initiativen für eine sofortige Waffenruhe.

Bedingt konnte sich der G8-Gipfel in St. Petersburg am 16. Juli auf die Forderung nach einem „sofortigen Ende“ der Gewalt verständigen. US-Außenministerin Condoleezza Rice betonte jedoch, ein Schweigen der Waffen reiche nicht. Es müssten Bedingungen für einen „nachhaltigen“ Waffenstillstand geschaffen werden. Während der Sicherheitsrat noch schwieg, verlangte UN-Generalsekretär Kofi Annan die sofortige Einstellung aller Kämpfe. Am 1. August unterstützten die EU-Außenminister die Bemühungen Annans. Sie folgten dabei einer Empfehlung von EU-Chefdipolmat Javier Solana, der die Krisenregion besucht hatte.

Eine internationale Krisen-Konferenz am 26. Juli in Rom brachte ebenfalls keine greifbaren Ergebnisse. Auch hier blockten die USA und Großbritannien die Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe ab - offenbar, um Israel mehr Zeit für eine Schwächung der Hisbollah zu geben. Grundsätzliche Zustimmung gab es jedoch für eine internationale Stabilisierungstruppe im Südlibanon; Einzelheiten blieben völlig unklar.

Zuvor hatte Rice nach einer erfolglosen Nahostreise betont, es sei Zeit für einen „neuen Nahen Osten“. Auch ihr deutscher Kollege Frank- Walter Steinmeier (SPD), der zum zweiten Mal nach Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen in den Nahen Osten gereist ist, will keinen Waffenstillstand bei „einfacher Rückkehr“ zu den alten Verhältnissen. Das waren unter anderem fast tägliche Hisbollah- Angriffe, auf die Israel unerwartet massiv reagierte.