Die Rechtsextremisten dieser Städte arbeiten eng zusammen. Für den Zusammenhalt der Gubener Szene ist nach Einschätzung von Sicherheitskreisen seit Jahren ein Mann entscheidend: Alexander B.

Vom Knast zur NPD

Der arbeitslose 30-Jährige verbüßte wegen seiner Beteiligung an der Verfolgung des Algeriers Farid Guendoul zwei Jahre Haft. Er galt damals als einer der Rädelsführer. Zur Kommunalwahl 2008 kandidierte B. für die NPD zur Gubener Stadtverordnetenversammlung und zum Kreistag-Spree-Neiße. Als Zweitplatzierter auf der NPD-Liste verfehlte er jedoch ein kommunales Mandat.

Der Rechtsextremist stand an der Spitze der neonazistischen Kameradschaft „Lausitzer Front Guben“. Die hatte sich zwar im August 2006 offiziell aufgelöst, doch ihre Mitglieder setzten, so der Verfassungsschutz, ihre Aktivitäten danach unvermindert fort. Inzwischen ist diese Neonazigruppe weitgehend verschmolzen mit dem NPD-Kreisverband „Lausitz“. Auch diese Verbindung wurde wesentlich von Alexander B. vorangetrieben. Heute umfasst der braune Sumpf von Guben etwa 40 Personen, die sowohl in der NPD als auch als „freie Neonazis“ aktiv sind.

Gubener Rechtsextremisten beteiligten sich in den vergangenen Jahren an Aufmärschen in der Region. Jüngstes Beispiel war ein nächtlicher Fackelzug durch Cottbus im November 2008 anläßlich des Volkstrauertages. Im Sommer 2007 waren die Ortseingangsschilder von Guben mit Aufklebern versehen worden, auf denen unter dem Namen der Stadt „National befreite Zone“ stand.

Wahlerfolg in Guben

In den Gubener Stadtrat zog die NPD im Herbst 2008 mit einem Abgeordneten ein, der von Alexander B. unterstützt wird. Im Kreistag Spree-Neiße ist die NPD mit zwei Sitzen vertreten. Guben ist damit neben Cottbus die zweite Kommune im Süden Brandenburgs, in der NPD-Leute im Stadtrat vertreten sind. Bei den Gubenern hatte die NPD bei der Kommunalwahl mit 4,6 Prozent der Stimmen mehr Zuspruch als durchschnittlich im Spree-Neiße-Kreis (vier Prozent). Die meisten NPD-Wähler in Guben gab es mit bis zu neun Prozent im Wohngebiet Obersprucke, wo Farid Guendoul 1999 verblutete. Simone Wendler