Das Internationale Institut für Strategische Studien (IISS) in London beziffert die Stärke der libanesischen Armee auf etwa 72 000 Mann. Andere Experten gehen von nur 40 000 Soldaten aus. Für sein Militär gab der Libanon 2005 umgerechnet 530 Millionen Dollar aus.

Das Heer verfügt nur über 310 veraltete Kampfpanzer der russischen Typen T-54 und T-55 sowie des amerikanischen Fabrikats M-48. Abwehrwaffen gegen Flugzeuge sind kaum vorhanden. Die Feuerkraft der Artillerie ist mit etwa 540 Geschützen vergleichsweise gering. Der mit etwa 1000 Mann kleinen Luftwaffe stehen nur sechs Hawker- Jagdbomber und ein paar Dutzend Hubschrauber zur Verfügung. Die Marine hat 32 Patrouillen- und Küstenboote.

Bereits die UN-Resolution 1559 von 2004 hatten verlangt, der Libanon solle sein gesamtes Staatsgebiet, also auch den Süden, unter die eigene Kontrolle bringen und die Milizen entwaffnen. Die libanesische Regierung und die Armee sind der Aufforderung nie nachgekommen, sondern überließen das Grenzgebiet weitgehend der Hisbollah.

Skeptiker befürchten, dass die Armee auch von ihrer Zusammensetzung her jetzt kaum in der Lage wäre, wirksam gegen die Hisbollah vorzugehen. Begründung: Fast die Hälfte der Soldaten sind Schiiten, viele hätten Sympathien für die Hisbollah. Den Befehl über die Truppe haben zwei maronitische Christen: Staatspräsident Émile Lahoud und Armeechef Michel Suleiman.