Die 100 Millionen US-Dollar (etwa 72 Millionen Euro), die der britisch-deutsche Rennstall wegen seiner Verwicklung in die Spionageaffäre um geheime Ferrari-Daten insgesamt bezahlen muss, machen rund ein Drittel des auf 350 Millionen US-Dollar geschätzten Jahresetats aus.

McLaren-Mercedes entgehen durch den beschlossenen Punktabzug und den Verlust des scheinbar sicheren Konstrukteurs-Weltmeistertitel zwischen 40 und 50 Millionen US-Dollar an fest einkalkulierten Fernsehgeldern. Nach einem komplizierten geheimen Schlüssel erhalten die elf Formel-1-Rennställe je nach ihrer Abschlussplatzierung in der Teamwertung und ihren WM-Punkten einen Anteil aus dem etwa 400 Millionen US-Dollar enthaltenden TV-Topf.

Diese Summe wird nun an die anderen zehn Teams vergeben, so dass alle Konkurrenten von der Bestrafung finanziell profitieren. Nach Verrechnung mit den TV-Geldern muss McLaren-Mercedes demnach noch zwischen 50 und 60 Millionen Dollar zur Begleichung der Strafe aufbringen.

Die britisch-deutsche Allianz zählt zu den drei Teams mit den größten Budgets. Allgemein gilt Toyota mit einem geschätzten Jahresetat von 420 Millionen als Krösus der Formel 1. Ferrari wird auf das Niveau von McLaren-Mercedes taxiert. Insgesamt dürfte die Königsklasse des Motorsports pro Saison um die zwei Milliarden Dollar umsetzen.