Hier wie beim Wechsel zum Gymnasium und der Zusammensetzung der Abiturienten landet Brandenburg jeweils auf dem letzten Platz aller Bundesländer. Erarbeitet hat die Studie der auf Initiative der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft gegründete "Aktionsrat Bildung". Das Gremium veröffentlicht jährlich ein Gutachten zu einem bestimmten Bildungsthema. Grundlage sind die internationalen Erhebungen Pisa und Iglu sowie Zahlenmaterial des Statistischen Bundesamtes und Bundesbildungsministeriums. Die am Donnerstag in München vorgestellte Analyse trägt den Titel "Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem - die Bundesländer im Vergleich". Sie kommt zu dem Schluss, dass hier kein Bundesland als Vorbild für alle anderen dienen könne. Allerdings sei auffällig, dass die vier neuen Länder Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern siebenmal auf hinteren Plätzen landen. In allen vier Ländern sei das Risiko am größten, dass Jungen in Schule und Beruf scheitern, stellt das Papier fest. Alle Bundesländer müssten sich stärker darum bemühen, die Benachteiligung eines Geschlechts - insbesondere des männlichen - zu vermindern. Nach den Zahlen beenden 2907 Jungen brandenburgischer Schulen mit dem Hauptschulabschluss, 1106 (60 Prozent) mehr als Mädchen. In Bayern sind es 28, in Schleswig-Holstein 20 Prozent mehr Jungen als Mädchen. Außerdem verlassen laut Studie 13 von 100 Jungen in Brandenburg die Schule ohne Abschluss, während es beim weiblichen Geschlecht nur sieben von 100 sind. In absoluten Zahlen heißt das: 2021 Jungen haben keinen Schulabschluss, 1018 mehr als Mädchen (99 Prozent). In Bayern sind es beispielsweise 69, in Hamburg 40 Prozent mehr Jungen als Mädchen. dpa/mb