Das Land Brandenburg hat 2015 insgesamt rund 33,3 Millionen Euro für die Sicherung, Sanierung und Restaurierung von Denkmalen aufgewandt. Diese Bilanz zogen Kultusministerin Sabine Kunst und Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (beide SPD) am Montag in Potsdam. Größter Einzelempfänger von Fördergeldern war die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die rund 7,7 Millionen Euro für den Erhalt ihrer 300 historischen Bauten und 800 Hektar Gartenanlagen erhielt.

Damit wurde etwa die Wiedereröffnung des Grottensaals im Potsdamer Neuen Palais ermöglicht, der aus Sicht von Kunst einer der kunstgeschichtlich wertvollsten Säle der preußischen Schlösser ist. "Brandenburg ist wirklich reich und gut ausgestattet mit einmaligen Zeugnissen aus der Vergangenheit", sagte Kunst.

Auch EU-Mittel im Einsatz

Insgesamt hat das Land rund 13 000 Baudenkmale, die auch aus diversen Fördertöpfen der Europäischen Union unterstützt werden. "Denkmale sind aufgrund ihrer Authentizität und Anschaulichkeit besonders geeignet, um Kinder und Jugendliche mit Geschichte und Kultur in Berührung zu bringen und tragen maßgeblich zur Identitätsstiftung bei", sagte Kunst. "Auch die positive Entwicklung der Tourismuswirtschaft in den vergangenen Jahren verdanken wir in hohem Maße den Denkmalen, die eine große Zahl von Touristen ins Land locken." Landeskonservator Thomas Drachenberg würdigte besonders die Denkmalhilfe, die nach einem Landtagsbeschluss im Jahr 2015 im Haushalt verankert werden konnte. Nachdem vor allem die Opposition im Landtag jahrelang vergebens versuchte, eine Denkmalstiftung zu etablieren, steht dieser Betrag nun für Maßnahmen der Notsicherung an Brandenburger Denkmalen zur Verfügung.

Unterstützt wurde etwa der Stahnsdorfer Südwestkirchhof, der in den vergangenen Jahren vor allem mit Kupferdieben zu kämpfen hatte. Zu den dort umgesetzten Sicherungsmaßnahmen zählen nach Angaben von Kirchhofsverwalter Olaf Ihlefeldt deswegen auch der Bau von Zäunen und die Anschaffung von Alarmanlagen.

Aus Mitteln dieses 250 000 Euro umfassenden Etats wurden zudem die Sanierung des Kirchturms von Halbe und des Forsthauses "Alte Försterei Börnichen" (beide Landkreis Dahme-Spreewald), von Teilen der Alten Ölmühle in Wittenberge und des Gutshauses von Nettelbeck (beide Landkreis Prignitz) und des Kirchturms von Trampe (Uckermark) finanziert. "Die Mittel konnten punktuell und zielgerichtet dort eingesetzt werden, wo der Bedarf da war", so Drachenberg. Zum Erhalt von Denkmalen bedarf es allerdings Kontinuität sowie langfristiger Strategien. Er hoffe deshalb darauf, dass die Mittel der Denkmalhilfe auch künftig zur Verfügung stehen.

Verfall der Innenstädte gestoppt

Aus dem Bereich des städtebaulichen Denkmalschutzes wurden für den Zeitraum von 2016 bis 2019 insgesamt 51 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel bewilligt, sagte Ministerin Schneider. "Wir haben es in den vergangenen Jahren geschafft, den Verfall der Innenstädte zu stoppen." Die SPD-Politikerin erinnerte daran, dass es etwa für das Holländische Viertel in Potsdam bereits Abrisspläne gab.

"Die Stadtkerne sind früher oft als Last angesehen worden", sagte Schneider. Heute hätten sie mehr und mehr Charme und würden zu attraktiven Wohn-, Lebens- und Arbeitsräumen. "Die Menschen ziehen wieder in die Innenstädte", sagte Schneider. "In den Stadtkernen haben wir nur noch wenig Wohnungsleerstand."