Aber kein Duell ist vorher gewonnen. In gut einer Woche wissen wir ein wenig mehr. Denn bis zum beginn des Monats März haben die Republikaner noch Zeit den Schusswechsel ganz zu vermeiden, indem sie nachgeben oder irgendeine Wunderwaffe zu finden, die den Präsidenten verwundbar macht.Konkret geht es bei der knallharten Auseinandersetzung wieder einmal um Haushalt und Steuern. Diesmal um das, was hier Sequestration – als so etwas wie Zustöpseln genannt wird. Nach der gegenwärtigen Gesetzeslage wird dien gesamte öffentliche Bundesverwaltung ab dem 1. März von einem wilden Streichkonzert der Mittel heimgesucht. Und inzwischen sind die Zeitungen voller Schreckensszenarien darüber, was passieren könnte. Beispielsweise könnte dann die Flugsicherung kein Geld mehr für einen Teil des Personals haben und die Verspätungen würden zum Dauerproblem. Spätestens dann hört der Spaß dann für die Amerikaner auf und da tröstet es auch nicht, dass die Steuerverwaltung vielleicht auch einen Teil der Angestellten beurlauben müsste. Übrigens sollen dann auch für die Abfertigung bei der Einwanderungsbehörde weniger Mitarbeiter zur Verfügung stehen – also könnte die übliche Geduldsprobe nach der Ankunft auch für Amerikareisende ein wenig länger werden.Dass dagegen etwas unternommen werden sollte, beispielsweise mit einem von beiden Kammern des Kongresses verabschiedeten Haushaltsgesetz, wissen die Beteiligten seit Monaten. Sie werden auch nicht müde, zu betonen, dass dies wichtig und sinnvoll wäre. Aber jetzt bleiben nur noch wenige Tage und keiner weiß, ob die Zeit noch reicht. Obama verlangt als Gegenleistung für Streichungen in Sozialprogrammen höhere Steuern für die Reichen. Die Republikaner wollen dabei nicht mitmachen. Dafür wird sie dann aber beim Duell die geballte Wucht der öffentlichen Missbilligung treffen. So zumindest kalkuliert der Präsident, der derzeit weiter durch die Lande zieht, als ob der Wahlkampf nie ein Ende nehme. Die Demoskopen sagen, damit könne er gar nicht verlieren und unter normalen Umständen wären seine Gegner auch längst eingeknickt. Aber was sind hier schon normale Umstände angesichts des Zustandes der Republikaner. Unter denen gibt es einige, die meinen, weniger Geld für das Militär sei durchaus eine gute Sache und andere, die den dritten Weltkrieg befürchten, wenn auch nur ein U-Boot stillgelegt wird. Also werden wir hier in den letzten Februartagen wieder ein echtes Drama erleben – wie schon zur Jahreswende als es um genau die gleiche Sache ging und dann das Problem um zwei Monate vertagt wurde. Und der Rest der Welt? Den gibt es derzeit in Washington wieder mal nicht. Ob das gut oder schlecht ist?