Von den verstärkten Informationsangeboten der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft Mibrag ließen sich die verbliebenen 160 Einwohner des Dorfes nicht überzeugen, sagte Bürgermeister Horst Bruchmann (parteilos).
"Wer bis jetzt nicht weggezogen ist, der wird das auch in Zukunft nicht tun", ist sich der streitbare Kommunalpolitiker sicher. Die Mibrag sei lediglich auf "Dummenfang" aus und versuche, mit den immer gleichen Argumenten die Menschen zum Fortzug zu überreden. Nach wie vor gebe es keine Rechtsgrundlage für die Abbaggerung des Ortes und damit auch keinen Grund wegzuziehen, sagte Bruchmann.
Eine Umbaggerung des kleinen Dorfes sei technisch möglich, betonte Bruchmann unter Berufung auf ein Gutachten. Das Gegenargument der dadurch für die Mibrag entstehenden Mehrkosten lässt er nicht gelten. "Das hätten die sich überlegen müssen, bevor sie Anfang der 90er Jahre die Kohle unter dem Ort ohne jede Rechtsgrundlage kauften", sagte der Bürgermeister.
Ein Gesetz des Freistaates, das Abbaggerung und Umsiedlung regelte, hatte der Sächsische Verfassungsgerichtshof im Sommer 2000 gekippt. (ddp/bra)