Schäfer-Gümbel bekannte sich ausdrücklich zum Programm seiner Vorgängerin und gegen eine "Ausgrenzung" der Linkspartei.Über seine 90,3 Prozent äußerte er sich genauso erfreut wie über die 82,6 Prozent für seinen Generalsekretär Michael Roth. Beides sei ein Signal, dass die Partei wieder nach vorne wolle. Zuvor hatten die Delegierten der zurückgetretenen Vorsitzenden Andrea Ypsilanti mit Beifall im Stehen Respekt gezollt. Nur wenige - darunter Dagmar Metzger und ihre Genossen aus Darmstadt, die von Anfang an gegen den Linkskurs opponiert hatten - blieben sitzen, als die Ex-Vorsitzende bei ihrem Schluss-Satz - "So bleibe ich eine von Euch" - von ihren Gefühlen überwältigt wurde und in Tränen ausbrach. Ypsilanti stellte sich als Opfer eines massiven politischen und publizistischen Widerstands gegen ihr sozial-ökologisches Projekt dar. Scharf ging sie mit den drei Abgeordneten ins Gericht, an denen ihre Regierungsübernahme gescheitert war.Sie lieferte damit das Stichwort für eine kontroverse und mitunter lautstarke Debatte. "Eine so schäbige Aktion hat es in der SPD noch nicht gegeben", urteilte der ehemalige Wetterauer Landrat Rolf Gnadl über das Ausscheren der Ex-Abgeordneten, die kaum ein Delegierter verteidigte. Auch Schäfer-Gümbel wahrte Distanz: Er sei bereit, Brücken zu bauen, aber die Betreffenden müssten dann schon auf ihn zukommen. Die Wirtschaftskrise sei für die SPD eine Chance, wenn sie dem gut verdienenden Opel-Ingenieur ebenso eine Antwort auf seine Frage nach sozialer Sicherung gebe wie dem Niedriglöhner. Den Weg zurück an die Macht bezeichnete Schäfer-Gümbel als Langstreckenlauf.