Brandenburger Schulen sind aus Sicht der GEW auf die zunehmende Zahl der Kinder von Asylbewerbern und Flüchtlingen kaum vorbereitet. Diese Kinder benötigten besondere Betreuung, die mit dem verfügbaren Personal kaum zu leisten sei, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Günther Fuchs. Meist seien die Mädchen und Jungen durch ihre Erlebnisse auf der Flucht traumatisiert. Sie würden oft auch nur wenig Deutsch sprechen.

2010 wurden nach Angaben des Bildungsministeriums in der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt 87 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren aufgenommen. 2013 waren es 524 und in diesem Jahr bis einschließlich September 448.

Bereits in Eisenhüttenstadt gebe es für die Kinder spezielle Angebote, sagte Bildungsminister Günther Baaske (SPD). Insgesamt sieben Lehrer unterrichteten sie beim Erlernen der deutschen Sprache.

Erst mit Übersiedlung in die Kommunen beginne die allgemeine Schulpflicht. Aus Sicht von Baaske ist in allen Schulen in diesem Schuljahr die Integration schulpflichtiger Flüchtlingskinder in der Regel gewährleistet. Doch die Herausforderung durch diese Aufgabe sei nicht zu unterschätzen.

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann, kritisiert die Diskrepanz zwischen dem großen Bedarf und der Zahl der dafür bereitstehenden Lehrer. „Wir erwarten schnell ein Konzept“, sagt er zur Ankündigung von Baaske, zusätzlich Lehrer befristet einzustellen. Zahlen müssten auf den Tisch.

Die bildungspolitische Sprecherin der Bündnisgrünen-Fraktion, Marie-Luise von Halem, beklagte eine Unwissenheit im Ministerium über den tatsächlichen Bedarf. „Die Schulen melden zwar ihre Probleme, bekommen aber keine Hilfe“, sagt sie.

Das Landesschulamt und die zuständigen Regionalstellen berücksichtigten die steigende Zahl der Asylbewerber- und Flüchtlingskinder, sagt Baaske. Seit Schuljahresbeginn würden zusätzlich mehr als 50 Lehrer für die Sprachförderung der Kinder weitergebildet.

Für GEW-Chef Fuchs reicht das nicht aus. Er bezifferte den Bedarf mit rund 150 bis 200 zusätzlichen Lehrern. Zudem seien Schulpsychologen und Therapeuten erforderlich. „Ein langfristig angelegtes Programm auf Landesebene muss gestartet werden“, forderte Fuchs. „Zunehmend fühlen sich die Lehrer überfordert“, sagt er zu Hinweisen von Kollegen.

Nach Angaben des Bildungsministeriums wurden im vergangenen Jahr 330 Kinder von Asylbewerbern und Flüchtlingen an Grundschulen angemeldet. Von Januar bis Ende September 2014 waren es 219.