"Es kann sein, dass der Wolf irgendwann nicht mehr zu den geschützten Arten in Deutschland gehören müsste - aber davon sind wir weit entfernt", sagte die Ministerin am Dienstag. Derzeit steht der Wolf unter Schutz und darf nicht gejagt werden.

Dass der Bestand der Raubtiere schon so groß ist, dass man sie jagen müsste, sieht die Ministerin nicht: "Das ist ganz sicher noch nicht der Fall." Verhaltensauffällige Wölfe könnten allerdings auch jetzt schon geschossen werden, sagte Hendricks. Konflikte seien lösbar, zum Beispiel mit finanziellen Hilfen für Nutztierhalter.

In Brandenburg ist die Zahl der Wölfe in den vergangenen Jahren auf knapp 200 gestiegen. Zuletzt hatten bei Wolfswachen rund 800 Menschen nach Angaben der Veranstalter für einen besseren Schutz von Weidetieren wie Schafen und Kälbern demonstriert. Es sind vor allem Öko-Betriebe, die durch die geforderte Weidehaltung besonders unter Angriffen hungriger Wölfe leiden.

Nach Angaben des Bauernbundes hatte sich die Zahl der von Wölfen gerissenen Weidetiere 2016 gegenüber dem Vorjahr auf etwa 300 verdoppelt. Die von Bauern- und Jagdverbänden geforderte Lockerung des Artenschutzes ist trotzdem unter den Brandenburgern heftig umstritten.