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| 02:44 Uhr

Hendricks plant besseren Anwohner-Schutz bei Atomunfällen

Barbara Hendricks drängt darauf, die Sicherheitstechnik in den deutschen Akw auszubauen.
Barbara Hendricks drängt darauf, die Sicherheitstechnik in den deutschen Akw auszubauen. FOTO: dpa
Berlin. Drei Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima wird ein besserer Katastrophenschutz rund um die deutschen Kernkraftwerke vorbereitet. Dafür liegen neue Empfehlungen der Strahlenschutzkommission vor – die Experten beraten die Bundesregierung. dpa/bl

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte am gestrigen Montag in Berlin, trotz des endgültigen Atomausstiegs im Jahr 2022 müsse bis dahin die Sicherheitstechnik in den neun restlichen Atommeilern konsequent weiterentwickelt werden.

Die Strahlenschutzkommission empfiehlt, im Fall eines schweren Atomunfalls die direkten Anwohner innerhalb von sechs Stunden in einem Umkreis von fünf statt bisher zwei Kilometern in Sicherheit zu bringen. Zudem soll die daran anschließende "Mittelzone" von zehn auf 20 Kilometer vergrößert werden. Hier würde eine 24-Stunden-Frist gelten. Auch sollen Länderbehörden, die für den Katastrophenschutz zuständig sind, mehr Jodtabletten vorhalten. Diese sättigen die Schilddrüsen und verhindern, dass der Körper radioaktives Jod aufnimmt.

Hendricks wird die Ratschläge der Experten, die "äußerst unwahrscheinliche schwere Unfälle berücksichtigen", an die Länder-Innenminister weiterleiten.

Die Grünen fürchten, dass die Verbesserungen erst in einigen Jahren in die Praxis umgesetzt werden. "Geht es in dem bisherigen Schneckentempo weiter, ist der nukleare Katastrophenschutz erst funktionstüchtig, nachdem die letzten deutschen Akw abgeschaltet sind", sagte die atompolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sylvia Kotting-Uhl.

Zum Thema:
Drei Jahre nach dem Atomunfall in Fukushima will die Regierung wieder Kernkraftwerke ans Netz bringen. Das kündigte Ministerpräsident Shinzo Abe an. "Ich möchte Reaktoren hochfahren, die gemäß den strikten Sicherheitsauflagen der Atomaufsicht für sicher befunden wurden und zugleich das Verständnis der lokalen Bevölkerung gewinnen", sagte er am Montag. Noch sind in Japan alle 48 kommerziellen Atommeiler heruntergefahren.