Und wenn, dann nicht bei uns.

Während alle Welt diesem frechen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis nachstiert, wie er so in seinem Ledermantel angetrabt kommt, wie er mit raushängendem Hemd die Verhandlungen zur Zukunft des Euro aufmischt, wie er seinen Jackettkragen aufstellt und die Hand aufhält, während ihm Comedy-Barden Lobeshymnen singen, während ihm die Ladys der Linken zu Füßen fallen und die aufgescheuchte Netzwelt immer mehr haben will von diesem glutäugigen Helden, verhandelt Sachsens Landtag den ersten Haushalt der neuen schwarz-roten Koalition. Doch die Welt kriegt es nicht mit. Was machen wir falsch?

Am Geld kann es nicht liegen, Sachsen hat immerhin mehr als 34 Milliarden Euro zu verteilen. Trotzdem fehlt es an Esprit. Warum? Was können wir lernen von Herrn Varoufakis? Mantel, Hemd, Jackett - das alles tragen unsere Finanzer auch. Doch die reden über Planungssicherheit (Gähn!), über einen Zukunftssicherungsfonds (Gäähn!) Der Grieche weiß nicht mal, ob er morgen ein sauberes Hemd hat, lässt es aber trotzdem frei schwingen. Wir müssen umdenken: Nicht Geld macht sexy, sondern Geldprobleme! Wenn das so ist, die haben wir auch, aber unsere heißen "sinkende teilungsbedingte Sonderbedarfszu weisungen" (Schnarch!).