Allen voran dankte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) der 55-Jährigen, die vor dem Wechsel ins Dresdner Rathaus steht.
Als künftiger "Kapitän auf dem Dampfer Dresden" bekam sie vom Regierungschef fast folgerichtig eine Kapitänsmütze geschenkt. Ein ebenfalls überreichter Heim-Trainer sei für zu Hause gedacht, sagte Tillich. "Im Rathaus sollst du dich nicht abstrampeln." Orosz hatte im Juni im zweiten Durchgang die Oberbürgermeisterwahlen der Landeshauptstadt gewonnen.
Orosz habe gezeigt, dass Sozialpolitik weit mehr sei als "Frauen und Gedöns", wies Tillich auf einen Ausspruch des Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) hin. Ihre Erfahrung und ihr politisches Gewicht werde sie mit ins neue Amt nehmen, das sie in den nächsten Tagen antritt. Der reguläre Termin ist noch nicht sicher, da gegen einen zurückgewiesenen Wahleinspruch bis zum Montag noch Rechtsmittel eingelegt werden können.
Es sei ziemlich genau fünf Jahre und drei Wochen her, dass sie ins Kabinett berufen wurde, sagte Tillich. "Du bist damit die Ministerin mit den meisten Dienstjahren bis heute." Der Ministerpräsident hob vor rund 100 Gästen, darunter zahlreichen Ministern, Orosz' Einsatz und ihren Charme hervor. "Dass Sachsen eine Million Euro pro Tag nur für Kinder ausgibt, ist dir zu danken", sagte er. Selbst bei einem wenig beliebten Thema wie Gleichstellung sei es ihr gelungen, die Kabinettsmitglieder zu begeistern. "Das war mir manchmal fast unheimlich", meinte der Regierungschef.
(dpa/mb)