Deutschland hat das heißeste Wochenende des Jahres erlebt - wenn auch ohne neue Höchsttemperatur, dafür aber mit einem europaweiten Hitzerekord. Mehr als 40 Grad - wie zunächst für den Sonntag etwa in der Lausitz erwartet - wurde es nirgends. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) teilte jedoch mit, dass am Samstag im südbadischen Rheinfelden an der Grenze zur Schweiz mit 38,6 Grad die höchste Tagestemperatur in ganz Europa gemessen worden sei. Bei verbreitet mehr als 30 oder sogar 35 Grad schwitzten und ächzten die Menschen am Sonntag im Süden und Osten der Republik. Im Norden und Westen war es nach zum Teil heftigen Gewittern kühler.

Als Höchstwert seit Beginn der Messungen gibt der DWD 40,2 Grad an - gemessen im Juli 1983 in Gärmersdorf (bayerische Oberpfalz) sowie im August 2003 in Karlsruhe und Freiburg (Baden-Württemberg). Der private Wetterdienst Meteomedia will im August 2003 in Perl-Nennig (Saarland) sogar 40,3 Grad gemessen haben. Eines scheint gesichert: Der Juli 2013 wird als einer der zehn wärmsten in Deutschland in die Geschichte eingehen.

Den Himmel sollten wegen erwarteter Unwetter vor allem Badende gut im Blick behalten. In Nordrhein-Westfalen donnerte es bereits am Samstagmittag und -nachmittag. Vielerorts ging heftiger Platzregen nieder - in Aachen etwa wurden Straßen überschwemmt, in einem Park in Gütersloh begruben Teile der Baumkrone, die herunterfielen, eine 69-Jährige, die Regenschutz gesucht hatte. Bereits am Freitag hatten Hagelkörner in Baden-Württemberg (Enzkreis) Autos verbeult und Häuser beschädigt.

Ein wahrscheinlich von einem Blitz ausgelöstes Feuer in einem Bergwald in Bayern - am Thumsee bei Bad Reichenhall - hielt die Feuerwehr in der Nacht zum Sonntag in Atem. Erst am Morgen bekam sie den Brand mit Hilfe von drei Löschhubschraubern in den Griff. Eine Fläche von etwa 25 Hektar war betroffen.

In Teilen Süddeutschlands hat es auch am Sonntagabend heftige Unwetter gegeben. In Sekundenschnelle braute sich etwa in Tübingen ein Hagelsturm zusammen. Hagelkörner so groß wie Tischtennisbälle kamen wie Geschosse vom Himmel herab, Passanten suchten hastig nach einem Unterstand.

Auf der beliebten spanischen Urlaubs-Insel Mallorca kämpfen Bewohner und Urlauber derweil mit einem Waldbrand - mehr als 1500 Hektar Kiefernwald wurden bis zum Sonntag vernichtet. In der Nacht zum Sonntag musste eine Gemeinde evakuiert werden. Rund 700 Menschen wurden in Estellencs aus ihren Häusern geholt und in Sicherheit gebracht, darunter zahlreiche Deutsche. Auch auf den griechischen Ferieninseln Rhodos und Kreta wüteten Brände. 4000 bis 5000 Hektar Waldland vernichtete allein der Brand im Süden von Rhodos.

Auf einer S-Bahn-Strecke im Osten von München verformte die Hitze am Sonntag die Gleise. Ein Zugverkehr auf dem betroffenen Abschnitt sei nicht mehr möglich, teilte die Bahn mit. Eine derartige Verformung komme äußerst selten vor.

Laut DWD ist am Montag leichte Entspannung in Sicht - es soll sich auf verbreitet 25 bis 28 Grad abkühlen, am Mittwoch sind wieder 30 Grad möglich.