Bildungsminister Holger Rupprecht reiste gerade dienstlich nach Burundi, wo er sich mit dem Präsidenten schon mal über Schulen in der Wüste austauschte. In Potsdam diskutiert man über eine Partnerschaft mit Sansibar, der schönen Insel vor Tansania. Und die SPD-Landtagsabgeordneten Jens Klocksin und Andreas Kuhnert haben jetzt eine Anfrage an die Regierung zur "Brandenburgischen Landnahme in Afrika" gestellt: Schließlich hatte Brandenburg im 17. Jahrhundert eine eigene Kolonie, Groß Friedrichsburg, im heutigen Ghana. Von dort hatten die "brandenburgischen Kolonialherren" schätzungsweise 30 000 Sklaven nach Amerika verschifft. Weil das ein schweres Erbe ist, werden gut bezahlte Ministeriale nun wo-chenlang über den "Stellenwert" der "brandenburgische Kolonialgeschichte in der heutigen brandenburgischen Erinnerungskultur" brüten. Stellenwert: keiner, aber Matthias Platzeck hat ja die Linie vorgegeben: Zukunft braucht Herkunft. Das gilt erst Recht für eine heiße. (thm)