Sie engagieren sich gemeinsam für eine bessere Vermarktung und bieten somit Alternativen zu Essen wie Pommes frites mit Mayo. Mit ihren Angeboten wollen sie zeigen, wie der boomende Gesundheits- und Wellness-Tourismus durch eine gesunde Küche aus der Region ergänzt werden kann. Als einer der bekanntesten Botschafter gilt der Spreewaldwirt Peter Franke vom Landgasthof und Hotel "Zum Stern" in Werben (Spree-Neiße).
"Wir wollen die Heimat auf den Teller bringen und ein Netzwerk der regionalen Küche bilden", formuliert Franke sein Credo. Der immer gut gelaunte Gastronom mit der weißen Kochmütze hat seine Spreewälder Kochakademie zu einer Erfolgsstory entwickelt. Dort zeigt er Interessenten, wie man mit Können und Phantasie aus einheimischen Zutaten solche Leckereien wie Gurkenbockwurst, Meerrettichbulette, Spargelkartoffeln, Hirsepfanne und leckere Fischgerichte zaubert. Seine Tricks und Rezepte präsentiert er bei vielen Veranstaltungen in Brandenburg und ganz Deutschland.
Auch Lothar Parnitzke gehört zu den regionalen Netzwerkern der Ernährungsbranche. Der geschäftsführende Gesellschafter der Kunella Feinkost GmbH in Cottbus sieht in der partnerschaftlichen Kooperation einen wichtigen Wettbewerbsvorteil. "Ich versuche immer, mit regionalen Erzeugungsunternehmen zusammenzuarbeiten", berichtet der Unternehmer. Erst müsse über den Preis geredet werden, um dann den gemeinsamen Vorteil zu suchen. Parnitzke bringt mit seinen 33 festangestellten Mitarbeitern neben Raps- und Leinöl auch Mayonnaise, Senf, Essig und Remouladen auf den Markt. Der Name Kunella hat ebenfalls in China, Mexiko und Brasilien einen guten Klang.
Gurken, Salate, Küchenkräuter, Tomaten, Kohl und anderes frisches Gemüse aus dem Spreewald liefert die Göritzer Agrar GmbH. Wie Geschäftsführer Thomas Goebel berichtet, wird das auf 70 Hektar angebaute Gemüse auf Lausitzer Märkten und in Hofläden verkauft. "Unsere Erzeugnisse können sich gut gegen Mitbewerber behaupten", schätzt Goebel ein. Für die Kunden sei die Zertifizierung mit dem Spreewald-Logo wichtig, das originale Erzeugnisse aus dem Wirtschaftsraum kennzeichnet. "So wissen die Kunden, dass sie sich auf heimische Qualität verlassen können."
Gute Erfahrungen mit zertifizierten Produkten hat auch Diana Lewandowski, Inhaberin der Cottbuser Biobäckerei Schmidt, gemacht. Das kleine Familienunternehmen beteiligte sich an dem Netzwerkprojekt "Ökoprofit", bei dem durch umweltgerechtes Wirtschaften auch Kosten eingespart werden können. "Wir haben schon immer Wert auf gesunde Ernährung gelegt und bereits 1997 auf Bioproduktion umgestellt", erzählt sie. "Bioprodukte sind nicht teuer, sondern die anderen Erzeugnisse sind zu billig", kritisiert sie.
Unter Anspielung auf den bekannten Werbeslogan einer Elektronikkette fügt sie hinzu: "Nicht Geiz ist geil, sondern Geist ist geil!"