Die dortigen Einrichtungen hätten frühzeitig individuelle Angebote für Selbstzahler entwickelt, beschreibt der Geschäftsführer des sächsischen Heilbäderverbandes, Helfried Böhme, das Erfolgskonzept. So könnten Defizite, die durch den Rückgang verordneter Kuren entstünden, ausgeglichen werden.
Von den 85 000 Kurgästen, die sich im vergangenen Jahr zwischen Bad Düben, Jonsdorf und Bad Schlema erholten, zahlten etwa 23 000 Aufenthalt und Behandlungen aus eigener Tasche. Doch ist die Verteilung von Ort zu Ort sehr verschieden, wie Böhme sagt.

Prävention spielt größere Rolle
Da die Menschen immer älter würden, spiele auch die Vorsorge eine immer größere Rolle, erläutert Böhme. Nach seinen Angaben bekamen die Staatsbäder in Bad Brambach und Bad Elster Anfang März als erste Kurorte das neue Gütesiegel "Prävention im Kurort" des Deutschen Heilbäderverbands verliehen. Im Angebot haben die Einrichtungen spezielle Kuren für verschiedene Berufsgruppen mit klangvollen Namen: "Allegretto" etwa macht Berufsmusiker wieder fit, bei "Tutoris" können Lehrer Kraft schöpfen und unter dem Namen "Tegula" wird eine Spezialkur für Dachdecker angeboten.

Gäste wollen aktiv sein
Neben einer steigenden Nachfrage nach Wellnessangeboten stellt der Verbandschef auch einen neuen Trend fest: Die von Zukunftsforscher Matthias Horx beschriebene Selfness. "Die Gäste wollen sich nicht mehr nur auf einer Liege mit Öl einreiben lassen, sondern aktiv etwas tun", erklärt Böhme. In der Kur werde etwa Nordic Walking oder Fitness betrieben. So würden sich die Menschen zu einem positiven Körpergefühl verhelfen.
Die Konkurrenz aus Tschechien macht Böhme derzeit nicht die größten Sorgen. Die EU-Erweiterung hat dort die Preise steigen lassen, deshalb besinnen sich viele Gäste wieder auf die sächsischen Angebote. Kuren im Internet: www.sachsenkur.de