" Wo Oberschule drauf steht, sind Mittelschule plus ein besonderes Angebot drin", sagte Bildungsministerin Brunhild Kurth (parteilos) am Donnerstag im Landtag in Dresden. Kurth erklärte, mit der Weiterentwicklung der Mittelschule zur Oberschule werde an allen diesen Einrichtungen ab der sechsten Klasse eine zweite Fremdsprache angeboten. Zudem könnten die zwei Wochenstunden Förderunterricht für Schüler der fünften und sechsten Klassen ergänzt werden. Hintergrund ist die vor allem von der FDP forcierte Einführung der Oberschule zum Schuljahr 2013/14. Sie ist als Aufwertung der Mittelschule gedacht. Geplant sind Leistungsgruppen und eine zweite Fremdsprache, um die Durchlässigkeit zum Gymnasium zu erhöhen.

Die Bildungsexpertin der Linksfraktion, Cornelia Falken, bezeichnete die Oberschule hingegen als "Etikettenschwindel". Sie bringe keine Verbesserungen gegenüber den Mittelschulen, sagte Falken. Unklar sei auch, wie die finanzielle und personelle Ausstattung aussehen solle . Die SPD-Bildungsexpertin Eva Maria Stange betonte, die Anforderungen der Oberschule erschwerten nicht nur den Zugang zum Gymnasium. Die Schulform sei auch nicht durchdacht. So solle zwar eine zweite Fremdsprache angeboten werden, doch die dafür notwendigen Lehrer fehlten. Die Oberschule sei daher eine "FDP-Werbeblase". Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Annekathrin Giegengack, warf der Koalition Inkompetenz vor.