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Heftige Proteste nach acht Hinrichtungen in Indonesien

Jakarta. Indonesien bleibt trotz weltweiter Proteste bei seiner rigorosen Linie gegen Drogenschmuggler, wie acht neue Hinrichtungen zeigen. Doch international isoliert sich das Land damit. dpa/roe

Die Hinrichtung von acht Drogenschmugglern in Indonesien hat international scharfe Kritik und auch diplomatische Verstimmungen ausgelöst. Aus tralien wollte seinen Botschafter zu Konsultationen zurückrufen.

Der australische Regierungschef Tony Abbott sprach von "grausamen und unnötigen Hinrichtungen". Zwei der Männer, die kurz nach Mitternacht vor ein Erschießungskommando gestellt wurden, kamen aus Australien. Menschenrechtsorganisationen reagierten betroffen und erschüttert. "Es ist äußerst bedauerlich und äußerst traurig, dass diesen Menschen das Leben genommen wurde", erklärte ein Sprecher des UN-Hochkommissars für Menschenrechte in Genf. Amnesty International sprach von einem "sinnlosen, tragischen und verheerenden, vom Staat sanktionierten Mord". Indonesien beharrt darauf, dass die Geißel des Drogenkonsums nur mit abschreckenden Strafen bekämpft werden kann. Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer, sagte am Mittwoch in Berlin: "Aus Sicht der Bundesregierung ist die Todesstrafe eine unmenschliche und grausame Art der Bestrafung, die wir unter allen Umständen ablehnen." Er verwies auch auf einen Beschluss des Menschenrechtsausschusses der Vereinten Nationen, der die Todesstrafe wegen Drogendelikten für unzulässig erklärt habe. Zudem sei es nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen "sehr zweifelhaft", dass die Todesstrafe abschreckend wirke.

Die französische Regierung versucht indes, die Hinrichtung eines Landsmanns zu verhindern, der ebenfalls wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilt worden war. "Frankreich (. . .) erinnert an seine Ablehnung der Todesstrafe an allen Orten und unter allen Umständen", erklärte ein Sprecher in Paris.

Außer den zwei Australiern wurden ein Brasilianer, ein Indonesier und vier Nigerianer exekutiert. Die Hinrichtung einer 30-jährigen Philippinerin wurde in letzter Minute ausgesetzt. Stunden vorher hatte sich auf den Philippinen eine Frau der Polizei gestellt, die die 30-jährige Mutter von zwei Kindern ohne ihr Wissen als Drogenkurierin ausgenutzt haben soll.

In Australien war die Empörung groß. In sozialen Netzwerken kursierten Boykottaufrufe unter dem Hashtag #BoycottIndonesia oder #Boycottbali. Die Ferieninsel Bali ist fest in australischer Hand, vergleichbar mit dem Ferienziel Mallorca für die Deutschen. Abbott warnte vor Boykott-Maßnahmen.