Dagegen bezeichnete der hallesche Virologe Alexander Kekulé Impfstoffe mit Verstärkerstoffen als "übertrieben" im Kampf gegen die Schweinegrippe. Viel geeigneter sei der Impfstoff, für den sich die Bundeswehr entschieden habe, sagte er einem Radiosender. In der EU sind bislang drei Impfstoffe zugelassen: Pandemrix vom britischen Hersteller GlaxoSmithKline (GSK), Focetria vom Schweizer Pharmaunternehmen Novartis sowie Celvapan des US-Pharma-Herstellers Baxter. Die Bundeswehr hat laut Verteidigungsministerium Celvapan bestellt. Wie das "Westfalen-Blatt" schreibt, enthält dieser Impfstoff weder Verstärkerstoffe noch quecksilberhaltigen Konservierungsmittel. Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann, sagte demnach, die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut in Berlin habe den "Alleingang der Bundeswehr" mit Verwunderung zur Kenntnis genommen. Der Verband der Kinder- und Jugendärzte fordert für Kinder im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren ebenfalls ein Serum ohne Verstärkerzusätze. Schmidt wies Kritik am Vorgehen der Bundeswehr zurück: "Die (Impfstoffe) sind alle drei sicher, alle drei getestet und alle drei können eingesetzt werden", sagte sie. Es gebe aber unterschiedliche Einsätze, zum Beispiel könnten Schwangere mit einem Präparat ohne Zusatzstoffe ("nicht-adjuvantiert") geimpft werden. Die deutschen Behörden hätten bei den drei unterschiedlichen Herstellern bestellt und "das Unternehmen, bei dem die Bundeswehr bestellt hat, hat eben einen nicht-adjuvantierten Impfstoff", so Schmidt. Auch das Paul-Ehrlich-Institut gab Entwarnung bei Pandemrix. "Grundsätzlich ist die Verträglichkeit gleichwertig, und der Stoff erfüllt alle EU-Kriterien", sagte Sprecherin Susanne Stöcker. Auch die Quecksilberverbindung zur Konservierung der Impfstoffe stelle keine Gefahr dar. Das verwendete Thiomersal enthalte kein Quecksilber wie im Fieberthermometer, sondern eine organische Verbindung. Die Menge sei wesentlich kleiner als die, die eine Schwangere pro Woche aufnehmen dürfe. Einige Ärzte hatten zuvor vor angeblich unkalkulierbaren Nebenwirkungen bei den Impfstoffen Pandemrix und Focetria gewarnt. Studien über einen Vergleich der Nebenwirkungen gibt es laut Paul-Ehrlich-Institut jedoch nicht. dpa/wor