Laut Anklage erkannte sie einen Gebärmutterriss nicht. Dadurch war das ungeborene Kind in die Bauchhöhle gerutscht und hatte zu wenig Sauerstoff bekommen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wusste die Geburtshelferin, dass die Mutter des Kindes schon einmal mit einem Kaiserschnitt entbunden hatte.

Deshalb hätte die Hebamme auch wissen müssen, dass die Gefahr einer Uterusruptur bestand. Dennoch habe sie erst dann einen Arzt hinzu gerufen, als kaum noch Herztöne des Ungeborenen zu hören gewesen seien. Der dann eingeleitete Notkaiserschnitt sei zu spät erfolgt. Die Angeklagte machte von ihrem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern.

Nach Angaben ihres Rechtsbeistands rechnet sie jedoch mit einem Freispruch. „Sie ist für den Tod des Kindes nicht verantwortlich zu machen“, sagte Rechtsanwalt Jan Braun. Der Vertreter der Eltern, Torsten Seiffert, sagte vor der Verhandlung, er rechne mit einer geringen Geld- oder einer Bewährungsstrafe.