In Brandenburg sind derzeit 154 Hausarztpraxen nicht besetzt. Hinzu kämen etwa 30 bis 60 Mediziner, die im Laufe des Jahres in den Ruhestand gehen, sagt der Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Brandenburg, Ralf Herre. Nach seinen Angaben ist bundesweit ein Fünftel der Hausärzte älter als 60 Jahre, in Brandenburg bereits ein Drittel. Besonders schlecht sei die Versorgung in Guben und im Elbe-Elster-Kreis.
In Sachsen sieht es kaum besser aus. Etwa 50 Hausarztsitze sind bereits geschlossen. Bis 2010 scheiden weitere 564 ältere Allgemeinmediziner aus dem Beruf aus. „Die Versorgung klappt oft nur noch, weil Kollegen über das 65. Lebensjahr hinaus weiterarbeiten“ , sagt Klaus Heckemann, Sprecher der KV Sachsen.
Herre und Heckemann fordern „endlich eine Angleichung der Bezahlung ostdeutscher Ärzte an das Westniveau“ . Das sei der wichtigste Schritt, um junge Ärzte in den Osten zu holen. Allgemeinmediziner in den neuen Ländern müssten zurzeit bei schlechterer Bezahlung ein Drittel mehr Patienten versorgen. Im November kündigte die KV Brandenburg Hilfsangebote für Mediziner an, die in unterversorgte Gebiete gehen. Dazu gehören Umsatzgarantien und Angestelltenverhältnisse ohne Praxisrisiko. Bisher, so Herre, sei die Reaktion „sehr bescheiden.“ Insgesamt ging 2003 im Osten die Zahl der Hausärzte um 1,3 Prozent zurück, während gleichzeitig bundesweit die Gesamtzahl der Ärzte um ein Prozent auf 304 117 anstieg. (Eig. Ber./sim)