Die Herkunft des nun geforderten Wettiner-Kunstgutes sei aus Archiven belegbar. Anfang Oktober hatten beide Seiten einen Vergleich über sechs Porzellane geschlossen, hieß es. Das Haus Wettin habe fünf Meissener Stücke zurück bekommen, der Freistaat ein Unikat unentgeltlich behalten. Die Wettiner lassen am 18. Dezember vier Tierplastiken vom Auktionshaus Christie's in London versteigern.
Im jüngsten Fall sei die so genannte Öffnungsklausel von 1999 bestätigt worden, erklärten die Erben-Anwälte. Danach könnten weitere Kunstgegenstände nachträglich gefunden werden. Ein Viertel der nun entdeckten, 1945 enteigneten Porzellane - darunter etwa 990 Service-Teile - würden die Wettiner-Signatur nach 1924 tragen. Die Ansprüche werden vom sächsischen Kunstministerium geprüft. Es behalte sich auch vor, eine Eintragung ins Verzeichnis national wertvollen Kulturguts zu prüfen, sagte Ministeriumssprecherin Eileen Mägel. Diese Stücke dürfen Deutschland nicht verlassen.
Die Wettiner-Erben und der Freistaat hatten sich 1999 gütlich über gesetzliche Rückgabeansprüche geeinigt. Danach verblieben etwa zwei Drittel von rund 18 000 aus den Museen aufgelisteten Kunstobjekten in Sachsen, knapp 6000 erhielten die Wettiner zurück. Sie wurden zudem in bar und mit Immobilien entschädigt. Nach dem Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz von 1994 müssen Adeligen und privaten Sammlern, die zwischen 1945 und 1949 in der damaligen sowjetischen Besatzungszone enteignet wurden, bewegliche Sachen zurückerstattet werden. Das Gesetz schreibt die Rückgabe der Kunstgegenstände im Jahr 2014 vor, falls es vorher zu keiner gütlichen Einigung gekommen ist. (dpa/mb)