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| 02:48 Uhr

Hauptstadtflughafen startet bescheiden

Mit zehn Flügen pro Tag soll der BER im Frühjahr 2014 starten. Hartmut Mehdorn stellt die Pläne der Flughafengesellschaft vor.
Mit zehn Flügen pro Tag soll der BER im Frühjahr 2014 starten. Hartmut Mehdorn stellt die Pläne der Flughafengesellschaft vor. FOTO: dpa
Schönefeld. Die Brandschutzanlage war lange das größte Problem des Pannenflughafens BER. Jetzt liegt erstmals ein Zeitplan für die Fertigstellung vor. Und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Plat zeck rät dazu, im Frühjahr 2014 in den Urlaub zu fliegen. Benjamin Lassiwe / mit dpa

Die Brandschutzanlage am Flughafen BER wird möglicherweise erst im Herbst 2014 fertig sein. Wie der Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg, Hartmut Mehdorn, am Freitag in Schönefeld (Dahme-Spreewald) erklärte, habe die damit befasste Firma Siemens der Flughafengesellschaft nun ein Konzept und einen Zeitplan für den Brandschutz vorgelegt. Demnach soll die Anlage im Herbst 2014 in Betrieb genommen werden. Mehdorn kündigte allerdings an, bei Verhandlungen mit Siemens einen ehrgeizigeren Zeitplan erreichen zu wollen.

Zuvor hatte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Plat zeck (SPD) das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden niedergelegt. "Wir nehmen seine Entscheidung in Dankbarkeit zur Kenntnis", so Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Ein Nachfolger wurde noch nicht gewählt: Bis auf weiteres übernimmt Wowereit den Posten. "Ich bleibe aber stellvertretender Vorsitzender", sagte er. Der Aufsichtsrat werde planmäßig Ende Oktober tagen. Dann liege es an Brandenburg, die Nachbesetzung vorzunehmen. "Der Aufsichtsratsvorsitzende wird dann aus dem Gremium gewählt." Es sei zudem nicht die Frage, welche einzelne Person in welche Funktion kommt, so Wowereit. "Entscheidend ist, dass der ganze Aufsichtsrat an der Problemlösung arbeitet."

Am Abend dann stimmte der Aufsichtsrat dem Konzept der Geschäftsführung zu, den Nordpier zunächst mit wenigen Flügen einzelner Gesellschaften in einer Art Probebetrieb zu eröffnen. Das Gremium forderte Mehdorn auf, sein Konzept weiterzuverfolgen. Ein Gegenkonzept des Technikchefs Horst Amann erhielt keine Zustimmung. Mehdorn solle sich auch um eine neue Baugenehmigung kümmern, wie es hieß. Das war bislang Amanns Aufgabe. Entsprechende Anträge zur Genehmigung einer Zwischennutzung seien beim Bauordnungsamt des Kreises Dahme-Spreewald bereits gestellt, erklärte Mehdorn. Der für die Genehmigung zuständige Landrat Stephan Loge (SPD) hatte von einer Teileröffnung abgeraten und vor weiteren Verzögerungen für das Gesamtvorhaben gewarnt.

Mehdorn plant, in dem als Wartehalle gebauten Nordflügel des Terminals vorübergehend Gepäckbänder und Check-In-Schalter für 5,9 Millionen Euro aufzustellen. Konkret sprach Mehdorn von den deutschen Chartergesellschaften Germania und Condor, die mit maximal zehn täglichen Flügen ihre Passagiere ab dem Frühjahr 2014 probehalber am Nordpier abfertigen könnten. Platzeck riet beispielsweise einer Journalistin, die sich nach den geplanten Abläufen erkundigte: "Einfach mal einen Condor-Flug buchen ab April nächsten Jahres!"

Die Teileröffnung des Flughafens ist umstritten. Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Anton Hofreiter (Grüne), nannte die "Kleinst-Eröffnung" unwirtschaftlich und warnte vor noch größeren finanziellen Schwierigkeiten. Die Berliner Grünen sprachen von einem "Ablenkungsmanöver", die Piratenpartei von einem "Hirngespinst".