Frankfurt/Main: Am größten deutschen Flughafen wird am 21. Oktober eine weitere Landebahn in Betrieb genommen. Nachts darf dann jedoch vorerst nicht mehr geflogen werden. Zwar erlaubt die Baugenehmigung noch 17 Starts und Landungen zwischen 23 und 5 Uhr. Nach Anwohnerklagen untersagte der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel aber diese Flüge bis zur Entscheidung durch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Die Kasseler Richter zweifeln auch am Bedarf für die Nachtflüge inmitten des Ballungsraums.

München: Von Mitternacht bis 5 Uhr sind Luftpost- und Hilfsflüge, Landungen aus Sicherheitsgründen sowie Flüge mit Ausnahmegenehmigung erlaubt. Zwischen 22 Uhr und 24 Uhr und von 5 bis 6 Uhr dürfen nur vergleichsweise leise Maschinen starten und landen. Generell gilt dafür am zweitgrößten deutschen Flughafen keine Höchstzahl, sondern ein Lärmkontingent.

Düsseldorf: Zwischen 22 und 23 Uhr sind auf den Pisten am Düsseldorfer Stadtrand 33 Landungen erlaubt, keine Starts. Bestimmte Airlines dürfen bei Verspätungen bis Mitternacht und zwischen 5 und 6 Uhr landen. Ansonsten dürfen in der Nacht nur kleine Propellermaschinen starten und landen.

Tegel: Von 23 bis 6 Uhr gilt das Nachtflugverbot, ausgenommen sind Postflüge, Rettungsflüge und genehmigungspflichtige Sonderflüge. Für unvermeidbare Verspätungen gilt eine Toleranz von einer Stunde.

Schönefeld (alt): Grundsätzlich ist die Bahn des früheren DDR-Zentralflughafens 24 Stunden offen. Nur besonders laute Flugzeuge dürfen von 22 Uhr bis 6 Uhr nicht landen oder starten. Bei unvermeidbaren Verspätungen sind Landungen bis 1 Uhr möglich. In der Nacht gelten höhere Lärmentgelte.

Hauptstadtflughafen: Nach der jetzt bestätigten Regelung sind von Mitternacht bis 5 Uhr keine Landungen und Starts erlaubt. Ausnahmen gelten für Postflugzeuge, Regierungs- und in Notfällen Linienmaschinen. Von 22 Uhr bis Mitternacht und von 5 bis 6 Uhr gelten Einschränkungen. Durchschnittlich 77 Flüge sind erlaubt, 46 müssen zwischen 22 und 23 Uhr liegen.

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Meinungen zum UrteilDie Handwerkskammer Cottbus begrüßt das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. „Damit haben sich die Chancen für Wachstum und Beschäftigung verbessert“, sagt Knut Deutscher, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus. Die Wirtschaftsverbände in Brandenburg und Berlin hätten immer wieder betont, dass die Nutzung der Tagesrandzeiten für den wirtschaftlichen Betrieb von Flughafen und Airlines unverzichtbar ist.„Der Flughafen kann nun wie geplant in seine Funktion als internationales Drehkreuz hineinwachsen und der Region bedeutende Wachstumsimpulse geben“, sagt Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Cottbus. SPD-Fraktionschef Ralf Holzschuher im Brandenburger Landtag: „Das Gericht hat bestätigt, dass die Interessen der Anwohner auf Lärmschutz ordentlich mit den Interessen des Flughafens und der Flug-Gesellschaften abgewogen und zu einem sinnvollen Kompromiss zusammengeführt wurden.“ Die Liberalen im märkischen Landtag haben das Urteil begrüßt. Landesvorsitzender Andreas Büttner kommentierte: „Das ist eine gute Entscheidung für Brandenburg.“ Die FDP freue sich, dass das große Verkehrsprojekt BER nun ohne weitere Beschränkungen den Betrieb aufnehmen könne. Die „Jobmaschine Flughafen“ werde die Wettbewerbsfähigkeit Brandenburgs nachhaltig verbessern. „Nachdem das Gericht nicht zugunsten der Bevölkerung entschieden hat, ist es nun umso wichtiger, dass die Politik Farbe bekennt und der Druck aus der Bevölkerung auf Landesregierung und Parlament erhöht wird.“, fordert die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm (Grüne).