"Hartelijk Welkom in Brandenburg" heißt es am Mittwochabend in Den Haag. Im Café des Dr. Anton Philip-Zaal sind Fotowände aufgebaut. Gut 20 Mitarbeiter von Reiseunternehmen und Tourismuszeitschriften sitzen erwartungsvoll in den Reihen. "Wir fahren mit unseren Gruppen immer nach Berlin, und da gehört Potsdam natürlich dazu", sagt Kees Peterse, Tourleiter von Academische Reizen. "Aber es könnte interessant sein, auch andere Teile Brandenburgs kennenzulernen."

Peterse ist zu Gast bei einer offiziellen Präsentation der Deutschen Zentrale für Tourismus und des Reiselandes Brandenburg. Die wiederum ist Teil der ersten offiziellen Auslandsreise von Dietmar Woidke: Zusammen mit den Ministern Martina Münch, Jörg Vogelsänger (beide SPD) und Sabine Kunst (parteilos), den SPD-Landtagsabgeordneten Barbara Hackenschmidt und Udo Folgart sowie einer Delegation Brandenburger Unternehmer ist er nach Den Haag gereist, um politische Gespräche zu führen und Brandenburg einer breiten holländischen Öffentlichkeit vorzustellen.

Gut 100 000 Euro hat das Land für diese Reise und die dazugehörigen Veranstaltungen investiert: Denn mit 124 000 Übernachtungen jährlich stellen die Niederländer schon heute die größte Gruppe ausländischer Besucher in Brandenburg. 42 niederländische Unternehmen haben mehr als zwei Milliarden Euro in Brandenburg investiert und 6300 Arbeitsplätze geschaffen.

"Hartelijk Welkom in Brandenburg" sagt auch Dietmar Woidke, als er zu den niederländischen Touristikern spricht. Wacker müht er sich um ein paar Worte Niederländisch, bevor er von Luise-Henriette von Oranien, der Frau des Großen Kurfürsten, dem Schloss Oranienburg und dem Holländischen Viertel in Potsdam spricht. Dann zeigt ein Mitarbeiter der deutschen Tourismuszentrale Eselwanderungen in der Uckermark, die Schlösser von Potsdam, das Storchendorf Linum, den neuen Landtag. Der Spreewald und die Landesausstellung in Doberlug immerhin werden kurz erwähnt - doch der Rest der Lausitz kommt nicht vor.

"Die Klassiker wie Sanssouci und das Holländische Viertel sind unsere Türöffner", sagt Dieter Hütte vom Reiseland Brandenburg. "Und so eine Veranstaltung dient der Kontaktpflege mit Partnern und Multiplikatoren." Doch dass etwa das Lausitzer Seenland nicht vorkam, "das ist etwas, wo wir nacharbeiten müssen".

Einige Stunden später gibt es minutenlange, stehende Ovationen für ein Projekt Brandenburgisch-Niederländischer Zusammenarbeit: Im nahezu voll besetzten Konzertsaal treten der Liedermacher Hermann van Veen und das Babelsberger Filmorchester in einem "Cross-Over-Konzert" gemeinsam auf. Wieder hält Woidke ein Grußwort, wieder spricht er über Friedrich-Wilhelm I. und Luise-Henriette von Oranien.

Gut vertreten in Den Haag ist auch der Spreewald: Torsten Kleinschmidt und die Mannschaft der Spreewaldtherme Burg sorgen bei einem Abendempfang in der Deutschen Botschaft für die Verpflegung: Senfgurkensuppe und Plinsen - gefüllt mit Mohnpielen stehen auf der Speisekarte. "Wir wollen auf der Ebene des Lebensgefühls für Brandenburg werben", sagt Kleinschmidt. Regionale Produkte, etwa Wurst aus Vetschau oder Leinöl von Kunella, hat er im Gepäck. Und eine große Schülergruppe aus Burg ist zum niederländischen Regierungssitz gefahren, um an einem Straßenfußballturnier der Brandenburger Sportjugend teilzunehmen. "Wir haben eine Partnerschule in den Niederlanden, deswegen war ich hier schon einmal", erzählt Michael Herrmann. Ansonsten sei beim Straßenfußball das Fair Play bedeutsam: "Es gibt keinen Schiedsrichter, niemand pfeift die Fouls", berichtet der Schüler. "Man entschuldigt sich hinterher, wenn einer auf dem Boden liegt."

Natürlich ist auch Dietmar Woidke zum Straßenfußballturnier gekommen - und versucht sich selbst als Fußballer.